Eigentlich wollte ich hier nichts schreiben über den Internationalen Frauentag, aber nun mache ich das doch noch.
Vorgesternestern gab es einen kleinen Beitrag bei MDR aktuell, der Nachrichtensendung für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, über den Tag, die Frauen und ihre Rechte. Der Moderator Felix Seibert-Daiker meinte schon, dass es noch viel zu tun gibt, aber es sei ja auch noch nicht so lange her, dass die Frauen eine Erlaubnis ihres Ehemanns brauchten, wenn sie eine Arbeit aufnehmen wollten. 1977 sei das gewesen, als das Gesetzt der „Hausfrauenehe“ abgeschafft wurde. Ups, das fuhr mir in die Nase.
1977 war ich mit dem Studium fertig und trat ins Arbeitsleben ein. Ich musste niemand fragen nach einer Arbeits-Erlaubnis. In der damaligen DDR standen Frauenrechte und Gleichstellung in der Verfassung. Im Privaten dauert es oft etwas länger, bis sich Neues durchsetzt. Meine Eltern hatten Streit, weil meine Mutter eine Arbeit aufnahm, ohne meinen Vater zu fragen. Das Recht stand ihr zu.
Als ich meine Kinder bekam, waren Schwangerschaftsurlaub und Kindererziehungszeiten eine Selbstverständlichkeit. Danach bekam ich meinen Arbeitsplatz wieder. Die Kinderbetreuung war gesichert und gut. Meine Kinder erzählen jetzt noch manchmal davon.
Ich hätte einiges an Rechten und Errungenschaften gerne mitgenommen in die neue Republik, aber das war so gar nicht vorgesehen. Warum wird das heute nicht mehr erwähnt? Und auch nicht, dass es in den letzten Jahren, in der neuen Republik, bergab ging mit den Frauenbild, der Kinderbetreuung, dem Bildungssystem? Und wenn die Frauen und ihre Unterstützer nicht kämpfen, haben wir vielleicht wieder ein Gesetz der „Hausfrauenehe“.
Betrachtet man generell die Lage der Frauen in der ganzen Welt, dann merkt man, dass es wirklich noch viel zu tun gibt, eigentlich für alle Menschen, nicht nur für die Frauen, aber gegen Despoten und machtbesessene Männer.


