Jeder, der mich besucht, freut sich über meinen Ausblick. „Sie wohnen ja wie in einem Gartenhäuschen“, sagte mal ein Handwerker zu mir. Oh, da hat er Recht. Das viele Grün, blauer Himmel und die Meisen, Spatzen und Stare vor dem Fenster, das Vogelgezwitscher und der Gesang, das alles sorgt für ganz große Wohlfühlmomente. Ich muss nicht nach Dubai fahren, um das Glück zu spüren. Mit Schreibutensilien oder einem Buch am Fenster zu sitzen schaffe ich das auch.
Was habe ich mich immer geärgert, weil ich vieles nicht mehr machen kann, zum Beispiel über eine Wiese krauchen und Kräuter sammeln. Jetzt wächst Kamille u.a. auf meinem Balkon und ich denke lieber nach, was ich alles noch machen kann, was geblieben ist. Wohlfühlmomente braucht man dringend.

Die Vögel haben alle Schnäbel voll zu tun. Ich habe mich riesig gefreut, dass meine Stare wieder da sind. Jetzt warte ich darauf, dass die ersten Jungen auftauchen. Da fällt das öftere Putzen am Tag nicht ins Gewicht.
Oh, ich muss noch meine Vögelzählerei an die Nanu melden.




Bei uns hat es endlich mal geregnet! Dringend notwendig war das, denn hier ist es viel zu wenig, was sich mal hierher verirrt. Es ist entschieden zu trocken und es bräuchte mal drei Wochen ruhigen Landregen. Das Grundwasser ist dramatisch abgesunken.

Meinen Vögeln hat der Regen nicht gerade gefallen, aber was sollten sie machen. Es ist Brutzeit und die Kleinen verlangen unerbittlich Futter. Und die Vogelentern bringen es ihnen, egal wie die Umstände sind. Frisch geduscht sehen die Vögel schon ein bissel „zerfleddert“ aus.



Ich brauche meinen Blick nach draußen und solche Beobachtungen, Wohlfühlmomente eben, um wenigstens die traurigen Nachrichten der Tage besser zu verkraften. Ich möchte schon wissen, was so los ist auf der Welt, aber es soll mich nicht runterziehen.
Am 9. Februar 1940 schrieb Astrid Lindgren in ihr Tagebuch: „Was für eine Welt, was für ein Leben! Die Zeitungen zu lesen ist eine entmutigende Beschäftigung. … Was für ein Hass wird entstehen! Die Welt muss am Ende so voller Hass sein, dass wir allesamt daran ersticken.“*
Hass und Gewalt möchte ich nicht, aber manchmal kommt es mir so vor, als ob die Lindgren unsere Zeit beschreibt. Das lässt mich immer nachdenklich zurück. Wenn in mir Unwohlsein aufsteigt gegen alle Kriegstreiber, Auslöscher, Menschenfeinde, Geldgierigen …, gehe ich ganz schnell die Vögel füttern. Und dann weiß ich auch wieder, wie und wo ich mich einsetzen kann.
*Astrid Lindgren, Die Menschheit hat den Verstand verloren, Tagebücher 1939–1945, Ullstein Verlag Berlin, 2016, S. 47
Wie schön ist das denn, dass du all das Frühlingsgrün und die Vögel in ihrem Tun gleich vor dem Fenster beobachten und begleiten kannst.
Ja, „das Gute liegt so nah“. Auch ich muss nicht mehr überallhin verreisen, um mich zu erfreuen; ich bin ebenfalls sehr zufrieden mit den umliegenden Naturschönheiten und netten Geschehnissen.
Und dass die Menschheit insgesamt den Verstand verloren hat, das hat schon Astrid Lindgren erkannt.
Das ist heute wieder genauso wie damals, seufz!
Lieben Gruss, Brigitte
Astrid Lindgren interessiert mich gerade sehr. Eine erstaunliche Frau ist das. Als nächstes möchte ich die Geschichten über Bullerbü lesen. Auslöser war, dass mich jemand angeblafft hat, das Bullerbü ein für alle mal vorbei ist. Ich glaube das nämlich nicht und es liegt außerdem an uns, besonders wie wir mit Kindern umgehen.
Über meine Wohngegend freue ich mich wirklich sehr. Wenn es kalt ist, wie jetzt gerade, und ich nicht im Garten sitzen kann, dann sitze ich am Fenster zu Hause.
Herzliche Grüße an dich, liebe Brigitte.
Wirklich ein schöner Ausblick und so viele Vögel. Hier sind sie deutlich weniger geworden. Nur die Amseln sind noch in akuteller Menge da. Die Meisen sind weniger geworden. Neulich war ein Buntsprecht an dem Insektenhotel, allerdings war er schon wieder weg, als ich endlich die Kamera da hatte. Du wohnst wirklich schön und es ist so wichtig, dass der Blick oft auf Grünes, lebendiges fällt. Sonst versinkt man in dieser gar nicht so schönen neuen Welt und vergisst, das man keine Maschine ist. Alles Liebe
Liebe Karin, einige Vögel, wie das gemischte Pärchen aus Nebelkrähe und Saatkrähe oder die Elstern gehören schon zu den Stammgästen. Meisen habe ich weniger gezählt und auch die Spatzenschar hält sich ich Grenzen. Bei letzteren ist es der Mangel an Brutplätzen. Es gibt immer weniger dichte Büsche und Brachen.
Die Stare kommen jedes Jahr, brüten hier und ziehen mit den Jungvögeln weiter. Das ist für mich mit mehr Futterbeschaffung verbunden und auch mit mehr Putzerei. Das nehme ich in Kauf, denn ich freue mich über die Stare.
Über das viele Grün hier freue ich mich und auch darüber, dass es immermal ein bissel Regen gab.
Liebe Grüße zu dir.
Da muss ich dem Handwerker zustimmen, liebe Gudrun, der Blick aus Deinem Fenster hat wirklich viel Ähnlichkeit mit dem Blick aus einem Gartenhäuschen. Es ist so schön, wenn man beim Blick aus einem Fenster auf so viel schöne Natur schauen kann. Und dazu so eine fröhliche Vogelschar vor dem Fenster. Was will man mehr, um sich so richtig wohlfühlen zu können? Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude und glückliche Momente bei Deinem Blick aus dem Fenster.
Einen lieben Gruß schickt Dir die Silberdistel
Heute kam der erste Neuling der Stare auf mein Bäumchen vor dem Fenster. Ich habe mich gefreut, dass es hier gute Bedingungen für Nachwuchs gibt. Das viele Grün gibt einen feinen Unterschlupf.
Ich muss zwar gerade Putzen wie ein Weltmeister, aber das mache ich gern. Der Bestand an Staren ist zurückgegangen. Sie haben sich in die Städte zurückgezogen, weil das Leben auf dem Lande nicht mehr so gut ist. Also putze ich.
Liebe Silberdistel Marianne, ich schick dir liebe Grüße.