Alles Essig! Naja, alles Apfel trifft es wohl besser.

Meine Tochter hatte mir noch mal Äpfel aus ihren Garten geschickt. Diesmal hatte ich den Ehrgeiz, vom Apfel tatsächlich alles zu verwerten. Das habe ich auch geschafft. Es war nur noch der Stiel übrig und wenn ich einen Ofen hätte, wäre er mit verbrannt worden.

Es gab mal eine Zeit, da ging es mir überhaupt nicht gut, finanziell nicht und seelisch und moralisch auch nicht. ‚Macht nichts‘, dachte ich, nimm deinen Korb, gehe auf die Wiesen und schaue nach, was du alles verwerten kannst von den Wildkräutern die da wachsen.

Das war eine gute Idee und mit dem Korb draußen ging es mir gut. Das ging so weit, dass ich anderen meine Kräutererfahrung weiter geben konnte.

Dann konnte ich nicht mehr laufen auf den Wiesen, Feldern oder in Wäldern. Ich hatte eine Wut, auf mich, auf das Rheuma, … Jedesmal, wenn ich dachte, alles wird gut, krachte mir wieder etwas dazwischen.

Marmelade aus dem Apfel

Seit ich aber nicht mehr nachdenke, was ich alles nicht mehr tun kann, geht es wieder viel besser. Es geht nähmlich immer noch eine Menge, wie zum Beispiel gestern das Verarbeiten von Äpfeln.

Ich habe nun Bratapfelmarmelade gekocht nach einem Rezept der Silberdistel. Sie hatte es mir in einem früheren Beitrag verlinkt. Es blieb ein kleiner Rest übrig, den ich mit Hochgenuss verspeist habe.
Kernhaus, Abgeschnittenes um Stiel und Blüte habe ich für Apfelessig angesetzt und die Schalen habe ich für Tee getrocknet.

„Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht; ich würde heute noch einen Apfelbaum pflanzen“, sagte Martin Luther. Wir haben einen Apfelbaum gepflanzt im Garten, der ist aber noch so klein, dass er nur einen einzigen Apfel trug in diesem Jahr. Und den haben wir auch noch mit dem Gartennachbarn geteilt. Ich glaube aber, es war der köstlichste Apfel der Welt.

14 Gedanken zu „Alles Essig! Naja, alles Apfel trifft es wohl besser.“

  1. Liebe Gudrun herzlichen Sonntagsgruß.
    Die Freundin meiner Mutter hatte einen Garten. Dorthin sind wir fast jedes Wochenende gefahren.
    Sie lebte mit ihrem Sohn alleine und meine Eltern bewirtschafteten den Garten mit ihr gemeinsam.
    Es wurden die Äpfel geerntet und dann zu Apfelmus oder Apfelspalten für Kuchen verarbeitet. Aber auch wurden kiloweise Äpfel zur Mosterei gebracht, um in Flaschen abgefüllt, Apfelsaft zu bekommen. Das war in den Jahren 1945 bis in die 60. Jahre.
    Ich wünsche Dir eine gute, neue Woche.
    Tschüssü, Brigitte.

    1. Liebe Brigitte,
      bei meiner Mutter kam nichts um. Saisonal wurde alles verarbeitet und au verschiedene Weise konserviert, was der Boden so hergab. Was übrig war, verschenkten die Nachbarn. Und im Winter haben wir davon gelebt, von genau diesem Obst und Gemüse. Ich war dünn, aber kräftig.
      Später meinte ich, alles kaufen zu können, dafür eben auch hart zu arbeiten. Heute würde ich einiges anders machen.
      Das Ding mit der Mosterei kenne ich auch noch. Wir haben sogar eine n der Nähe. Leider ist unser Obstertrag noch zu gering.
      Herzliche Grüße an dich.
      (Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich konnte mich wieder an einiges erinnern.)

  2. Liebe Gudrun, das freut mich sehr, dass es sogar noch in diesem Jahr geklappt hat mit dem Kochen der Bratapfelmarmelade. Ich finde auch, dass sie ausgesprochen gut schmeckt. Und toll, dass Du die Reste der Äpfel, wie Kerngehäuse und Co., auch noch verwertet hast. Ich werde beim nächsten Mal auch Apfelessig selbst ansetzen. Das ist eine gute Idee.
    Dass Euer kleiner Apfelbaum im Garten sogar einen Apfel getragen hat, finde ich schön. Ich kann mir gut vorstellen, wie köstlich er war. Ich weiß noch, wie begeistert wir von unserem ersten Apfel hier vom eigenen Apfelbaum waren. Den haben wir auch mit viel Genuss verzehrt.
    Einen lieben Sonntagsgruß schickt Dir die Silberdistel

    1. Hallo, liebe Silberdistel,
      ich freue mich auch, dass ich nochmal Äpfel bekommen und dein Rezept ausprobieren konnte. Ich gebe zu, dass ich den Topf ausgekratzt habe, weil es so lecker war. Es sieht auch gut aus im Glas. Ein kleiner Rest, der blieb, wanderte in ein kleines Glas. Ich habe dann etwas in ein Butterhörnchen gepackt und es war köstlich. Am liebsten hätte ich noch ein Glas aufgemacht. Ich war aber tapfer: Der Winter kommt ja erst noch. 😀
      Das Rezept ist in den Kalender gewandert. Diese Marmelade mache ich nächstes Jahr wieder. ( Und meine Tochter am anderen Ende der Welt möchte, dass ich sie koche, wenn ich bei ihr bin.)
      Ganz liebe Grüße zu dir und Danke für diese Anregung

  3. Oh in diesem Jahr hat meine liebe Mutter die Apfelschlacht geschlagen, mit den Äpfeln aus dem Garten meiner Schwester. Allerdings so gut, wie Du, hat sie das mit der Verwertung nicht geschafft 😉 aber Apfelmus und Apfelmarmelade gibt es jetzt auch. Ich freue mich schon auf das Toastbrot mit Apfelmarmelade.
    Liebe Grüße und eine gute Woche.

    1. Naja, es war auch ein Experiment. Aber nächstes Jahr mache ich das wieder und auch Apfelmus und Apfelspalten. Die Marmelade lasse ich auch noch ein Weilchen ruhen, aber dann …. 😀
      Liebe Grüße an dich

    1. Ach, Karin, ich bin halt immer auf der Suche, weil es mir gut gehen soll und weil alles wirtschaften hilft. Und Zeit habe ich ja auch genug.
      Die Marmelade ist wirklich großartig. Ich freue mich schon darauf, sie auf frisches Weißbrot zu streichen.
      Ich schicke dir Grüße

  4. Also Bratapfelmarmelade werde ich bestimmt auch mal ausprobieren.
    Hört sich gut an das Rezept.
    Ich habe Apfelkompott von den geschenkten Äpfeln gemacht.
    Und Apfelauflauf, ist auch lecker.

    Liebe Grüße Marion

    1. Das Rezept hat mir auch sofort gefallen. Es ist recht einfach, aber verdammt lecker. Ich freue mich sehr, dass ich es bekommen habe und werde das im nächsten Jahr wieder machen.
      Apfelauflauf muss ich auch mal probieren. Äpfel waren schon immer mein liebstes Obst.
      Herzliche Grüße an dich.

    1. Weißt du, es ist keiner satt geworden von dem einen Apfel, aber irgendwie war es ein feierlicher Moment. Vielleicht hat der Apfelbaum mal viel mehr Äpfel. Und dann wird wieder geteilt.
      Manchmal denke ich, dass ich zu wenig zu geben habe und ich meine das nicht unbedingt finanziell.
      Ich grüße dich herzlich von nebenan.

  5. Liebe Gudrun. Als Kind haben wir sogar die Kerne mit gegessen, nur der Stiel blieb übrig. Und das Obst kam direkt vom Baum in den Mund, da wurde nicht auf Hygiene geachtet und alles erst abgewaschen.
    Fein, was du alles machst und verwertest. Apfelmus z.B. habe ich schon ewig nicht mehr gekocht, da fehlt mir die Lust dazu.
    Liebe Grüße ins Wochenende von Kerstin.

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