Im Getty Center. Fasziniert von der Architektur.

Die Gründer wollten ein Center schaffen, welches „ein wichtiger Teil des intellektuellen, kulturellen und pädagogischen Lebens von Los Angeles“ sein sollte (Herold M. Williams, neun Jahre vor der Eröffnung des Getty Centers). Das ist ihnen gelungen.

Getty Center

Viele Stunden waren wir im Getty Center. Das Center ist sehr groß und man hat gut zu tun, alle Ebenen und Bereiche zu sehen. An dem Tag habe ich mich erstmal auf die faszinierende Architektur k0nzentriert. Das Museum, die Kunstsammlung, die Fotoaustellung und anderes in den Gebäuden haben wir beim besten Willen nicht geschafft. Ich wollte allerdings auch nicht durchhetzen, sondern alles in Ruhe auf mich wirken lassen. Womit ich aber anfangen soll mit der Beschreibung meiner Eindrücke, weiß ich nicht.
Ich mach jetzt einfach mal.

Der Architekt Richard Meiers wählte Travertin, einen italienischen Kalkstein, nicht nur für die Fassade des Museums, sondern auch für die Grundflächen anderer Gebäude, für Bodenplatten und Bänke. Diese grob strukturierte Oberfläche passt sich besonders gut in die Landschaft ein.
Ich kann immer nicht anders: Ich muss die Mauern anfassen, muss die Oberfläche fühlen. Wahrscheinlich war das auch so gewünscht. Das Getty Center ist ein Objekt, was man mit allen Sinnen wahrnehmen soll.

Es gab so viel zu entdecken, dass ich kaum alles aufnehmen konnte. Würde ich hier wohnen, wäre ich wahrscheinlich sehr oft Gast im Getty Center. Einen Meter weiter gelaufen auf dem Weg und schon sieht alles anders aus. Das Bild verändert sich. Das Licht fällt durch die Lücken in den Mauern und erzeugt jedes Mal ein anderes Bild oder gibt Ausblicke frei. Das wollte Meiers auch so. Er spielte mit dem Licht, dem Stein, mit Wasser.

Meier nutzte fließende kurvenförmige Elemente bei der Gestaltung des Getty Centers. Es verbindet die Moderne mit seinem feinen Gefühl für Struktur und Ordnung. Und unwillkührlich erinnert es an das Gelände, in dem sich das Center befindet.

Rundungen und Wellen
Rundungen und Wellen wie bei der Umgebung des Getty Centers
wie beim Territorium, auf dem das Getty Center steht

In dem Kalkstein sind verschiedene Gestaltungselemente zu sehen: Federn, Blätter und Zweige. Die konnte ich gar nicht fotografieren, weil ich sie im Vorbeifahren manchmal zu spät sah. Auch habe ich vergessen, nach oben zu fotografieren. Jede Schattenabdeckung war anders, jede Ecke zum Beispiel oder jede Treppe, jede einzelne Säule und jedes Stück Mauer. Und alles fügte sich dann noch in einen großartigen Gesamtkomplex ein.

Ausblicke vom Getty Center
Ausblicke von überall

Ausblicke gab es zudem von den vielen Terrassen, auf die Stadt Los Angeles, auf die Santa Monika und Santa Gabriel Mountains, auf den Pazifischen Ozean. Da zeige ich ein andermal mehr.
Die Sonne schien die ganze Zeit unbarmherzig. Gut, dass meine Tochter uns sehr gut beraten hatte, wie wir uns schützen konnten. Man merkt nämlich nicht, wie heiß es ist, denn oben auf dem Getty Center geht immer Wind. Man muss seinen Hut schon festhalten oder auch fest binden. 😀

9 Gedanken zu „Im Getty Center. Fasziniert von der Architektur.“

  1. Der Baustil kam mir gleich bekannt vor, liebe Gudrun. Das Stadthaus in Ulm ist auch von Richard Maier. Er ist ja auch Künstler und Designer und wurde „Magier des Lichts“ genannt.

    Das klingt alles gigantisch, was du hier berichtest und zeigst. Kein Wunder, dass du so begeistert warst/bist. Dazu die grandiose Aussicht … da muss man echt ne Menge Energie aufbringen, um das alles aufnehmen und verkraften zu können. Da läuft das Herz über.
    Ich glaube, da wäre ich an meine Grenzen gelangt. Vermutlich könnte ich alles erst hinterher genießen beim Betrachten der Fotos.

    Liebe Grüße,
    Andrea

    1. Ich habe mir gerade mal das Stadthaus in Ulm angesehen. Ja, das ist der Meiersche Stil. Das habe ich nicht gewusst, dass er auch hier tätig war. Wenn ich nochmal nach LA und ins Getty Center komme, dann weiß ich, worauf ich mich beim Fotografieren konzentrieren muss. Es war nicht alles zu schaffen. Es ist ein riesiger Komplex mit Museen, Restaurants, Caffes, Bibliothek, Seminarräumen, Instituten … Und Aussichten. Sogar die Schatten der Bäume waren eingeplant.
      An dem Tag ging es bei mir mit der Aufnahmefähigkeit. In Santa Monica, am Pazific, war ich fix und fertig.
      Herzliche Grüße an dich, liebe Andrea.

  2. Danke für deine Reiseberichte! So etwas aus erster Hand zu lesen ist etwas ganz anderes als die Reisen fremder Menschen zu verfolgen.
    Liebe Grüße,
    Elvira

    1. Die ganze Reise hat mir gut getan. Anderes zu sehen, andere Denkweisen zu hören und die eigene mal überprüfen, hat mir viel gegeben. Ich weiß, dass Kalifornien nicht für die ganze USA steht, hoffe aber, dass sie immer die Kraft haben werden, düsteren Gesetzen die Stirn bieten zu können.
      Die Menschen, die ich dort kennengelernt habe, fand ich großartig. Sie waren aus dem privaten Umfeld, also keine, die beruflich freundlich sein mussten. Letztere waren es aber auch.
      Liebe Grüße zu dir.

    1. Ich habe vieles nicht fotografiert, wurde geschoben mit dem Rollstuhl und mein „Halt mal bitte“ wurde überhört. Es ist da oben immer ein bisschen windig. Es rauscht an den Ohren. Ich arbeite aber an einer möglichkeit, wieder selber fahren zu können, die in jedes Auto passt.
      Dirt gibt es auch Institute, Forschung. Es ist alles so transparent, wie es nur geht. Man kann alles besuchen. Drinnen waren wir gar nicht. Bei den steigenden Außentemperaturen gibt es bestimmt mehr Besucher drinnen.
      Liebe Grüße in den Norden.

    1. Danke, liebe Martina. Ich möchte diese Reise nie vergessen und bereite sie halt ein bisschen für mich auf. Oft erlebe ich solche Sachen wahrscheinlich nicht.
      Ich schicke dir herzliche Grüße.

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