Tastentage zum Grünauer Kultursommer. Piano-Medley von Thomas Krüger.

Nein Leipzig-Grünau ist nicht einfach eine Schlafstadt. Besonders zum Grünauer Kultursommer und auch zu den Tastentagen erwacht es zu einem ganz besonderen Leben.

Leipzig-Grünau

Als ich mit meiner Freundin vom Agragelände zurückkam, hörten wir Klaviermusik in der Nachbarschaft. Ach ja, die Tastentage. Es fiel mir wieder ein.
Wir hatten noch keine Lust, nach Hause zu gehen und bewegten uns hin zum Amphitheater, Alte Salzstraße. Thomas Krüger, Mr. Pianoman, gab ein Konzert. Krüger ist dem einen oder anderen einerseits sicher von Youtube bekannt und andererseits habt ihr ihn vielleicht auch in eurer Stadt schon gesehen, auf Bahnhöfen, auf dem Flugplatz oder eben mittendrin. Aber eben immer an einem Klavier oder Flügel.

Tastentage in Leipzig-Grünau, alte Salzstraße
Hinter dem Hügel, am Spielplatz, saßen junge Familien und hörten dem Klavierspiel zu.

Die Freundin und ich fanden indessen sogar noch ein Plätzchen auf einer Bank. Wenn wir den Flügel hätten sehen wollen, wäre unser Standort ungünstig gewesen, aber wir waren ja gekommen, um zu hören.

Es waren viele Menschen da. Manche saßen auf der Wiese, andere auf den Bänken oder mitgebrachten Klappstühlen. Radler machten eine Pause und lauschten erstmal der Musik. Ältere genossen es, mal nicht alleine irgendwo hocken zu müssen. Ich habe kein einziges verkniffenes Gesicht gesehen, eher gut gelaunte, lächelnde Menschen. Sicherlich lag das auch am Spiel von Thomas Krüger. Ich halte die Tastentage für einen großen Erfolg.

Tastentage mit Thomas Krüger
Amphitheater Alte Salzstraße, der Flügel im Grünen

Tastentage mit Thomas Krüger, das war an diesem Tag eine schöne und gelungene Überraschung. Der Pianist ist in Berlin in einer Plattensiedlung aufgewachsen, kennt die Örtlichkeiten also. Und ganz ehrlich, jeder Stadtteil ist genau so schön, je nachdem wie man sich ihn macht. Ich freue mich jedenfalls hier zu wohnen, inmitten den vielen Grüns und der sauberen Wege und Plätze.

Es hat mir gefallen, mich aber auch ergriffen, dass bei einigen Stücken die Menschen einfach mitsangen, z.B. bei dem alten und doch so aktuellem Lied „Die Gedanken sind frei“. Ich hatte Muse darüber nachzudenken, was das für mich bedeutet.

am Flügel zu den Tastentagen anlässlich des Grünauer Kultursommers in Leipzig
Tastentage zum Grünauer Kultursommer

Manchmal bedarf es nur eines kleinen Anlasses, um mit völlig fremden Menschen ins Gespräch und zu einer angenehmen Unterhaltung zu kommen. So muss das wiewohl auch sein und eine Wohnsiedlung muss durchaus nicht nur Schlafstadt sein.
Ich freue mich auf den nächsten Grünauer Kultursommer und auch auf die Tastentage.

Ein schöner Tag war das und unser Plätzchen unter der Pergola wollten wir gar nicht wieder aufgeben, zumal die Sonne noch so herrlich schien und es angenehm warm war. Ich persönlich ziehe viel Kraft aus genau solchen Begegnungen, obwohl mir dieser Tage so allerlei Ungutes durch den Sinn geht.

Alle Fotos zu diesem Beitrag hat meine Freundin gemacht.

Plätzchen unter der Pergola
Grünau hat seinen Namen zu Recht.

20 Gedanken zu „Tastentage zum Grünauer Kultursommer. Piano-Medley von Thomas Krüger.“

  1. Wenn ich etwas vermisse in diesen Tage, dann ist es Strassenmusik.

    Musik, die irgendwo zwischen Gebäuden aufklingt , erst leise, dann immer deutlicher und klarer werdend, je näher man kommt.
    Von sowas werde ich beinahe magisch angezogen – und wenn ich ein wenig Zeit habe, hält sie mich fest wie ein Magnet.

    Auch, weil da manchmal wirkliche Künstler am Werk sind, mal der Mann mit der Gitarre, der Folk-Songs singt, mal eine Reggae-Band mit Bob Marley-Songs, mal die Musik-Studenten, die im U-Bahnhof ein Streichquartett spielen oder die Frau mit dem Saxophon, die ich mal auf dem Rathausplatz gesehen habe…. , so dass man manchmal wirklich ganze Konzerte hören kann.

    Das ist übrigens auch etwas, was ich auf meinen Streifzügen durch Leipzig so Klasse fand: Strassenmusik gab es da auch oft zu hören – und manchmal sogar mehrere verschiedene Künstler hintereinder auf dem gleichen Platz unter den Arcarden gegenüber dem Museum für Deutsche Geschichte, da wo eine wirklich gute Akkustik herrscht….

    1. Ich muss gerade an den unsäglich unbegabten Typen denken, der tagein-tagaus unter unseren Bürofenstern in der Nikolaistraße das immer gleich Lied geträllert hat und wir immer überlegt haben, ob wir ihm Geld geben, damit er aufhört oder ob wir gleich einen Eimer Wasser aus dem Fenster kippen 🙂 Bitte nicht falsch verstehen, ich mag Straßenmusik sehr und es gibt ja auch richtig gute. So haben wir ja auch Felix Meyer für uns entdeckt, den wir das erste Mal in Stralsund auf der Straße gehört haben.

      1. Naja, so richtige Straßenmusik war das nicht, eher ein feines Konzert unter freien Himmel. Und ansonsten ist es halt recht verschieden. Ich habe einen Mann Vivaldi auf dem Akordeon spielen hören und war begeistert.

    2. Ich könnte mir vorstellen, dass in den Städten der öffentliche Raum viel mehr für Kunst und Kultur genutzt werden kann. Das wäre mir allemal lieber alseinkaufstütenbepackte, hetzende Menschen, denen alles nicht schnell genug geht und die dauergenervt zu sein scheinen oder Händler, die vor ihren Türen keinen dulden. Federball spielen mitten in der Stadt – der Gedanke gefällt mir.

  2. Sowas kenne ich von hier bei uns gar nicht. Aber es stimmt, da wo man wohnt, kann man es sich schön machen, und wenn die Menschen nett sind, macht das auch viel aus.
    Viele liebe Grüße Ellen

  3. Ach sowas ist schön. Hier auf unserer Insel findet ja sonst immer jährlich ein Musikfestival der etwas anderen Art statt. Da wird an Kanälen, auf Plätzen, im Park und sonst wo im Stadtteil musiziert.

    1. Den Grünauer Kultursommer gibt es schon einige Jahre mit seinen vielen Veranstaltungen. Das traditionelle Parkfest und die Tastentage sind da auch mit eingebunden. In diesem Jahr waren alle Veranstaltungen draußen gut besucht. Der Zuspruch ist gestiegen.

  4. Straßenmusik ist wunderbar. Oft, es gibt allerdings auch sehr, sagen wir Gewöhnungsbedürftiges. Viktor hat übrigens viele Jahre Straßenmusik gemacht und sich davon ernährt. Der Gute. Wir bleiben oft in der Stadt stehen, wenn wir jemand hören, der hörenswertes von sich gibt.

    1. Die Flügel und Klaviere bleiben stehen. Zu bestimmten Zeiten geben Künstler Konzerte und zu anderen Zeiten dürfen Menschen spielen, die es einfach mal probieren wollen oder es längst vergessen hatten. Alles war schon immer draußen an verschiedenen Orten. Zu Coronazeiten ist es genau das Richtige.
      Viktor bewundere ich, dass er Straßenmusik gemacht hat. Ich glaube, das hätte ich mir nie getraut.
      Grüße in den Norden.
      (Ich hoffe, ihr habt auch nochmal richtig viel Sonne.)

  5. Unsere Stadt ist wohl zu klein. Hier gibt es keine Straßenmusik.
    Konzerte unter freiem Himmel schon.
    Und wenn der Wind aus der richtigen Richtung weht, setzte ich auf die Terrasse und kann lauschen.
    LG Marion

      1. Ja, bin richtig gut angekommen. Seit heute steht auch endlich meine neue Wohnwand. Fühlen uns richtig wohl hier.
        Ich hoffe bei dir ist es nicht anders.
        LG Marion

        1. Es hat gedauert und noch immer habe ich nicht alle Bilder an der Wand, weil es so einen Krach macht. Aber es ist schön. Am allerbesten gefällt es der Katze, die auf dem Balkon auf Mäuse wartet.

  6. Ich glaube, gerade jetzt zu Corona-Zeiten sind solche Ereignisse besonders wertvoll, liebe Gudrun. Wir haben vor langer Zeit, während meines Studiums in Berlin, oft und gern solche Freiluftkonzerte besucht. Gerade diese Art von Konzerten sind gerade jetzt eine gute Alternative, um trotz allem etwas gemeinsam erleben zu können. Fein, dass es bei Euch die Tastentage gibt, die sicher vielen Menschen Freude bereiten.
    Einen lieben Gruß von der Silberdistel

    1. Stimmt, gerade jetzt war das eine angenehme Sache. Einpaar Regeln einzuhalten war auch nicht schwer. In Leipzig gibt es doch eine Menge Draußenkonzerte. Für mich hatten die immer ihren besonderen Reiz und jetzt ganz besonders.
      Herzliche Grüße an dich, liebe Silberdistel.

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