Wiedermal zu Besuch im Dörfchen in der Elsteraue.

Meine Freundin holte mich am Sonntag ab und wir fuhren zu einer weiteren Freundin. Das Wetter war schon ein bisschen herbstlich, die Felder im Landkreis sind abgeerntet, aber die Sonne schien. Uns zog es raus aus den Wohnungen und raus aus der Stadt.

Im Dörfchen in der Elsteraue wurden wir schon erwartet. Das Wetter war zu schön, als dass es uns in die Wohnung zog. Wir beschlossen, den Tag draußen zu verbringen, im Hof der Freundin. Der Hof ist aber auch zu schön und birgt ganz viele Geheimnisse. Ich sitze unglaublich gerne dort und in netter Runde gleich gar.

Im Dörfchen in der Elsteraue

Mal wieder so richtig und zwar ungezwungen zu schwatzen über alles Mögliche, wie hat mir das gefehlt.
Eigentlich waren wir gekommen, um die kleinen Igel zu sehen, die mit ihrer Mutti in Karins Schuppen gezogen sind. Die Türe steht immer ein wenig offen, denn wenn die Freundin nicht da ist, schläft ihre Katze dort im Körbchen mit Stroh. Jetzt steht da eben noch ein Körbchen, und Wasser und Katzenfutter.

der Schuppen im Dörfchen in der Elsteraue
der Schuppen für die Katze und die Igel

In den Schuppen sind wir nicht gegangen zu den Igelkindern. Wir wollten sie nicht stören und verängstigen. Nur die Igelmama haben wir gesehen, die eilig über den Hof zu ihren Kindern in den Schuppen huschte. Katze und Igel tun sich nichts. Sie haben sich als Nachbarn akzeptiert.

Die Kirche im Dörfchen in der Elsteraue
die Kirche im Dörfchen in der Elsteraue

In dem Hof kann ich die Zeit vergessen. Einfach nur sitzen in Karins Pflanzenwelt, in ihrem Dörfchen in der Elsteraue. Und dann stelle ich mir vor, das Spinnrad dorthin zu stellen und vor mich hin zu muddeln. An der Mauer zur Kirche wächst ein großer Kürbis, allerlei Insekten umfliegen die Blüten im Hof und ab und zu klettert ein Mäuschen ins Vogelhaus. Die Katze döst vor sich hin.

im Hof der Freundin
In ihrem Außenwohnzimmer hat die Freundin ganz viele schöne Pflanzen.

In solchen Momenten packt mich immer die Sehnsucht nach einem Wohnen im Landkreis. Die Ruhe, die sich sammelnden Zugvögel, der weite Blick über die Felder, auf denen man wiewohl sieht und riecht, dass es Herbst wird. Ich stelle mir vor, wie ich zum Hühnerstall humpele. Nein, die Tiere würde ich nie und nimmer vergessen. Und dann …

Gong – Gong – Gonggonggong – als die Glocken der Kirche im Dörfchen in der Elsteraue erklingen, erwecken sie mich aus meinem Tagtraum. Es ist bereits 18.00 Uhr und wir müssen uns langsam auf den Heimweg machen in die große Stadt. Einerseits bin ich ein bisschen wehmütig, andererseits bin ich in meiner Großstadt schon ganz gut aufgehoben.

am Tor
Clara Himmelhoch, wäre das nichts für dich?

Ich nehme wieder Pflanzen mit nach Hause. Mein Sommerflieder stammt auch aus dem Dörfchen in der Elsteraue und entwickelt sich prächtig vor meinem Balkon. Durch die Aue konnte ich nicht laufen, aber mein Milan drehte zu meiner großen Freude seine Runden über dem Hof der Freundin.

26 Gedanken zu „Wiedermal zu Besuch im Dörfchen in der Elsteraue.“

  1. ja, liebe Gudrun, die Pflanze wäre bedingungslos was für mich – aber wahrscheinlich auf dem Balkon nur für die Fensterbank, denn in den beiden Kästen wächst es nicht vernünftig – oder mein Daumen ist eben nicht grün genug.
    Aber auch einer der roten Stühle wäre unter der Bedingung, dass ich ihn „klappen“ könnte, was für mich. Aber dort sehen sie in ihrer Umgebung viel besser aus.
    Liebe Grüße von der lila CC

    1. Die roten Stühle sind aus massiven Holz. Die standen so, als ich den Hof betrat und ich musste das unbedingt fotografieren. Ich fand den Farbkontrast so toll.
      Die lila Pflanze ist auch in einem Topf. Ich musste sofort an dich denken.
      Liebe Grüße

  2. Das macht alles einen sehr idyllischen und urgemütlichen Eindruck, liebe Gudrun. Dort kann man sich ganz sicher sehr wohlfühlen, die Seele baumeln lassen. Und Dich und Dein Spinnrad kann ich mir dort gerade sehr gut vorstellen. Aber auch ohne Spinnrad habt Ihr dort zusammen eine schöne Zeit verbracht. Mir geht es auch so, ab und zu braucht man mal so einen Schwatz unter Freunden. Das lädt dann auch wieder verbrauchte Akkus auf.
    Aber auch auf Deinem Balkon hast Du es jetzt so schön mit Blick ins Grüne. Und ein bisschen was von dem Dörfchen in der Elsteraue hast Du ja auch vor Deinem Balkon – vielleicht jetzt sogar als schöne Erinnerung an diesen schönen Tag.
    Dass Ihr die Igelkinder nicht stören wolltet, kann ich gut verstehen. Aber hat es nicht doch ein bisschen gelockt, sie einmal ganz kurz anzuschauen, zumal das ja wohl der ursprüngliche Grund für Euren Besuch dort war? Toll, dass Katze und Igel so problemlos nebeneinander leben.
    Übrigens gefallen mir die roten Stühle auch sehr. Die hätte ich ganz sicher auch fotografieren müssen.
    Danke fürs Teilen und liebe Grüße von der Silberdistel

    1. Stimmt, mein Bamkon ist richtig schön durch das, was davor wächst. Im nächsten Jahr werde ich auch drinnen einige Pflanzen mehr haben. Der Umzug hat mich ein bisschen ausgebremst.
      Ich habe in den Schuppen geillert durch die angelehnte Tür aber nur das Katzenkörbchen gesehen. Die Igelfamilie wohnt hinter der Türe und die wollte ich nicht bewegen.
      Liebe Grüße in den Norden.

  3. Sehr schön idyllisch wohnt deine Freundin.
    da sitzen und spinnen, war auch mein erster Gedanke.
    Freu mich für dich, das du einen netten Nachmittag hattest.
    LG Marion

    1. Irgendwann nehme ich das Spinnrad mal mit.
      In diesem Monat fahre ich noch einmal in den Landkreis zu Freunden, nur in die ganz andere Richtung. Da reist das Spinnrad auf alle Fälle mit, denn die Freundin spinnt auch. Und es gibt dort Schafe! Wirklich und wahrhaftig Schafe.
      Liebe Marion, ich habe deine braune Wolle versponnen. Die war aber sauber! Das fertige Gaen hat kein bisschen Schmutz abgegeben an das Wasser des Entspannungsbades. Du hast da aber sauber gearbeitet! Respekt.
      Liebe Grüße zu dir.

      1. Danke, aber ich glaube das waren saubere Schäfchen. Schön das die Wolle bei dir Verwundung findet. Und bin gespannt auf den fertig geknüpften Teppich.
        LG Marion

    1. In der Gartenanlage hatten wir immer Igel, allerdings habe ich in letzten Jahren keine mehr gesehen In der Igelstation gab es allerdings viele Igelbabys. Sie wurden verlassen, weil die Altigel nicht genug Futter hatten. Ich überlege, ob ich im nächsten Jahr welche in Pflege nehme. Zeit hätte ich ja. Heute kam erstmal ein großer Sack Vogelfutter an.
      Liebe Karin, die Zeitschrift ist angenommen. Vielen Dank. Ich werde mich heute Nachmittag auf den Balkon verziehen und lesen.
      Liebe Grüße

  4. So ein schöner idyllischer Ort – ja, da kann ich mir ein surrendes Spinnrad richtig gut vorstellen.
    Bei uns im Garten schnarchgrunzt auch ein Igel herum, 2 x haben wir ihn jetzt gesehen. Mal sehen, ob er den Winter über bleibt.
    Wir durften seit März nun das erste Mal wieder unsere kleine Handarbeitsgruppe abhalten, was war das schön!
    Liebe Grüße zu Dir

    1. „Schnarchgrunzen“, wie niedlich ist das denn.
      Schön, dass eure Handarbeitsgruppe wieder wekeln darf. Solche Gemeinsamkeiten braucht man eben. Ihr hattet euch bestimmt viel zu erzählen. Am Monatsende fahre ich zu Freunden in den Landkreis. Ich werde mein Spinnrad mitnehmen, denn die Freundin spinnt auch. Ich freue mich sehr.
      Herzliche Grüße an dich, liebe Motte.

    1. Ja, das ist so ein toller Ort. Ob ich ihn so empfinden würde, wenn ich dort wohnen würde, dss ist eine andere Wiese. Die Zeit tickt dort anders. Schon das Einkaufen ist ein ordentliches logistisches Problem. Die Freundin hat kein Fahrzeug.
      Liebe Grüße

  5. Leider komme ich erst jetzt dazu, Deine letzten Beiträge zu lesen.
    Und wenn ich mir die Bilder ansehe und und les, was Du dazu schreibst, tauchen ähnliche dörfliche Szenen auch in meinem Kopf au.
    Was mir übrigens richtig gut gefällt, ist das Foto mit den zwei Stühlen 🙂

    Liebe Grüsse vom Wilhelm

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.