Die Nebelkrähe – ich muss etwas wissen.

Die Glücklichen sind die Neugierigen. – Friedrich Nietzsche –

Nebelkrähe

Ein ganzes Weilchen schon habe ich den beiden Nebelkrähen beim Nestbau zugesehen. Als Herr Nebelkrähe sich der Gattin mal nähern wollte, gab es einen Fatsch mit dem Flügel. So geht das nicht; man war ja noch nicht fertig mit dem Bau und gemalert war auch noch nicht!

besser ging es nicht: Die rannten dauernd aufgeregt auseinander.

Dann sah ich plötzlich immer nur noch Herrn Nebelkrähe. Das ist der hellere der Vögel. Meine Güte! Dem anderen wird doch wohl nichts passiert sein?

Herr Nebelkrähe sammelte kein Nistmateriel mehr. Er wuselte auf der Wiese herum, scharrte, pickte. Und dann flog er in Richtung Tanne, wo ganz oben das offene Nest war. Direkt flog er das Nest nicht an. Zuerst landete er auf dem Nachbarbaum. Dann hüpfte er auf einem Ast entlang, tippelte auf ihm entlang bis zu einen weiteren Baum, verschwand kurz darin, umrundete ihn. Erst dann flog er zu seinem Nest.

Darin bewegte sich plötzlich etwas Dunkleres und Herr Nebelkrähe saß auf dem Nestrand und fütterte. Die können doch nicht schon die Eier ausgebrütet haben?

Herr Nebelkrähe auf Nahrungssuche.

Das wollte ich nun genau wissen. Die Vögel haben im Osten ihr Einzugsgebiet, ich habe sie schon gezählt bei der Vogelzählung und ich weiß so wenig über sie?Also machte ich mich auf die Suche und las einige Veröffentlichungen über diese Vögel.
Im vergangenem Jahr gab es einmal einen Hagelsturm. Beide Eltern legten sich mit ausgebreiteten Flügeln über das Nest. Das hat mich stark beeindruckt.

Drei bis fünf Jahre dauert es allerdings, bis die Vögel nistfähig werden. Gehen sie eine Verbindung ein, besteht die ihr Leben lang. Bebrütet werden die Eier ausschließlich vom Weibchen. Das Männchen bewacht das Nest und ist auch für die Futtersuche verantwortlich. Mein Herr Nebelkrähe hat also tatsächlich dem Weibchen Futter gebracht und hat seinen Flug zum Nest gut getarnt.
Nach ungefähr 17 Tagen kann ich mit Jungen rechnen.

Nebelkrähen sind Allesfresser. Sie fressen auch Aas, räumen also auf im Revier. Sie klauen auch mal ein Ei oder einen Nestling von anderen Vögeln, aber sie dezimieren deren Bestand nicht. Das ist ein Gerücht. Wenn sie mir hier vor den Fenstern die Mücken wegfressen, ist mir das sehr recht.

So, wieder etwas gelernt!
Ich war schon immer neugierig und so lange das so bleibt, ist alles in Ordnung.

10 Gedanken zu „Die Nebelkrähe – ich muss etwas wissen.“

  1. Nebelkrähen gibt es hier bei uns sehr viele, liebe Gudrun. Ich finde generell die Rabenvogel sehr interessant. Sie sind sehr kluge Vögel. Dann wird es sicher noch spannend für Dich, wenn der Nachwuchs von Familie Nebelkrähe geschlüpft ist. Feine Bilder hast Du machen können.
    Einen lieben Gruß schickt Dir die Silberdistel

    1. Spannend und auch lustig wird es, wenn sie den Nachwuchs aus dem Nest locken. Das wird ein Schauspiel werden zwischen Zaudern und Übermut. Hoffentlich kann ich es sehen.
      Liebe Silberdistel, schön, dass du da warst.
      Ganz liebe Grüße an dich

  2. Das Pendant zur eher östlich angesiedelten Nebelkrähe ist ja unsere Rabenkrähe. Die ist allerdings komplett schwarz, wenn sie nicht gerade leuzistische Anteile hat. Und diese Rabenvögel sind tatsächlich enorm intelligent. Unser Pärchen hat sicher schon Eier im Nest. Da könnte es sogar schon bald Jungvögel geben.
    Herzliche Grüße – Elke

    1. Ich wusste bis dato nicht, dass sie so unterschiedliche Einzugsgebiete haben. In der Tanne im Hof brüten sie zum ersten Mal. Im vorigen Jahr waren da Elstern, aber die haben das Weite gesucht.
      Ich beobachte die Tiere sehr gerne, staune über ihre Klugheit und ihr Geschick beim Nestbau. Jetzt verlässt das Weibchen das Nest nicht mehr. Ich vermute, dass sie auch schon auf Eiern sitzt.
      Herzliche Grüße an dich, liebe Elke.

  3. Krähen und Möwen sind meine Lieblinge, aber wie Krähen nisten wusste ich auch nicht so explizit. Nur dass sie verdammt nachtragend sind. Suka, unsere Huskine, hatte sich einmal ein Junges das aus dem Nest gefallen war geschnappt. Noch Wochen nach diesem Vorfall flogen die Vögel regelrecht Angriffe auf sie, wenn wir in ihrem Gebiet unterwegs waren. Hatte was von griechischer Tragödie, die Schreie klangen wie: Sie hat unser Kind gemordet!

    1. Oh, der Gastkater hat von ihnen auch eine Lektion erhalten. Von allen Seiten griffen sie ihn an. Der arme Kerl war so verwirrt, dass er fast vom Kirschbaum gefallen wäre. Es klang, als lachten sie ihn aus. Er schlich davon wie ein begossener Pudel. Die Tanne mit dem Nest ist so hoch, da traut er sich eh nicht hin.
      Es wird bestimmt noch spannend.
      Liebe Grüße.

    1. Die Rabentanne steht hinter einer Lerche. Die hat ihre Blätter noch nicht. Also kann ich noch illern. Wenn aber alle Bäume dann belaubt sind, wird es besonders mit dem Fotografieren schwierig. Schade, dass ich keine Treppen steigen kann. Sonst hätte ich die dort wohnenden gefragt, ob ich mal an ihr Fenster kann. Die haben beste Sicht.
      Ganz liebe Grüße an dich.

  4. Bleib Du mal so schön neugierig. Da haben wir dann hier alle was davon.
    Spannend! Ich bin gespannt wie es weitergeht.
    Ach übrigens – ich finde es reicht jetzt langsam mit dem Regen. Selbst die Landwirte sagen, dass es ausreichend geregnet hat. Also lieber Wettergott, so langsam könnte auch ein wenig Sonne sehr erbaulich sein! V.a. für die Gudrun und für mich und mein Hundemädel….. und noch für viele Andere.

    1. Also, Sonne könnte ich auch mal wieder gebrauchen. Ich werde schon wieder blass.
      Da bin ich nun schon so alt, aber es laufen mir noch so viele Dinge über den Weg, von denen ich nichts oder nur den Namen weiß. Zum Glück gibt es genug Wissensquellen und die nutze ich reichlich.
      Ich grüße dich herzlich, liebe Mia. Und streichele mal das Hundemädchen.

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