Spuckpalme und Spuckkuchen. Kennt das vielleicht jemand?

Eine kleine Freude gesucht und auch eine gefunden.

Mein Jan wollte als Kind nie Kirschkuchen ohne Kerne. Wenn die Bäckerin nur „mit ohne“ hatte, wollte er keinen. „Du willst nur Spuckkuchen, gell?“, fragte die Bäckerin dann immer lachend und Jan nickte heftig.
Tja, und ich erzähle heute von einer Spuckpalme.

Spuckpalme
Mias Palme, die ganz winzig und klein bei mir eingezogen war.

Es ist ein schon Jahre her, da schenkte mir die Mia bei einem Besuch eine kleine Palme. Ursprünglich stammt die Art aus Madagaskar und hat so eine Eigenart. Sie spuckt den Samen, der sich aus recht unscheinbaren Blüten entwickelt, meterweit durch die Gegend. Daher ihr Name: Spuckpalme.

die Blüten der Spuckpalme
die Blüten der Spuckpalme

Die Blüten sind wirklich nicht aufregend. Es war ein Zufall, dass ich sie überhaupt entdeckt habe.
Die Spuckpalme ist eine beliebte Zimmerpflanze und auch unter dem Namen Madagaskar-Juwel bekannt (Euphorbia leuconeura). Das klingt doch schon viel besser, gell?

die Spuckpalme bekommt ein neues Blatt
ein neues Blatt im hellen Grün

Die Spuckpalme gehört zu den Wolfsmilchgewächsen. Alle Pflanzenteile und auch die bei Verletzung austretende Milch sind hochgiftig. Bei Arbeiten an der Pflanze sollten Handschughe getragen werden.

Bei mir hat sie einen hellen Platz auf dem Fensterbrett, weit weg und unzugänglich für die Katze. In Haushalten mit Tieren oder kleinen Kindern zum Beispiel sollte man sie nicht haben. Ich hatte sie mal in die Wohnung von Herrn E. gegeben, seit wir aber wieder zusammen wohnen, ist sie wieder da. Und nun hätschele ich sie und das bekommt ihr prima.

ein Senker der Spuckpalme
ein Senker wächst

Ein kleines Senkerchen wächst jetzt neben der Mutterpflanze. Mal sehen, ob ihn jemand haben möchte. Ich kann nichts umbringen und wegwerfen.

Über den kleinen Zwerg habe ich mich sehr gefreut. Ich suche jetzt immer intensiv nach allem, was mir Freude machen könnte, brauche das gerade sehr.
Und nun mache ich mich wieder vom Acker oder besser vom Blumentopf.

7 Gedanken zu „Spuckpalme und Spuckkuchen. Kennt das vielleicht jemand?“

  1. Welch entzückendes Senkerchen … hach. Darüber würde ich mich auch mächtig freuen, liebe Gudrun, vor allem, wenn ihm eine solch spannende Geschichte vorausgeht.

    Nein, ich kannte weder Spuckkuchen noch diese spuckfreudige Zimmerpalme.

    Ich kann dich so gut verstehen, über solche Dinge freue ich mich auch riesig. Ja, danach muss man suchen … jeden Tag. Und oftmals muss man gar nicht suchen, nur das Augenmerk dafür haben.

    Ich freu mich heute riesig über meine Vögelchen. Als ich merkte, dass sie auf der Suche nach Nistmaterial waren, kam mir die Idee, ein altes Kopfkissen aufzureißen und ein paar Federn davon auf die kleine Hecke zu setzen. Stell dir nur vor, es dauerte auch gar nicht lange, da wurden sie von zahlreichen Spatzen (vorwiegend Männchen) entdeckt und fleißig aufgenommen und zu den Nistplätzen geflogen.
    Du kannst dir sicher vorstellen, wie glücklich mich das gemacht hat.

    Ich dachte, das muss ich dir erzählen, liebe Gudrun. Vor allem, weil ich an diese arme Amsel denken musste …

    Viele liebe Grüße
    Andrea

    1. Das ist ganz lieb, liebe Andrea, dass du mir das erzählst. Ich sitze jetzt hier vor meinem Rechner mit einem Lächeln im Gesicht. Ich habe auch noch ein solches Kissen und nun weiß ich ja, wie es noch Verwendung finden kann.
      Meine Vögel machen mir auch viel Freude, auch das Rabenpärchen auf der anderen Straßenseite. Rabeneltern oder Rabenmutter als Negativnennung sind so was von unangebracht, denn sie kümmern sich fürsorglich um ihr Nest und um die Jungen.
      Schön, dass du da warst und mich besucht hast.
      Ich schicke dir liebe Grüße aus dem „windigen“ Leipzig.

  2. Hallo Gudrun, als mein 12jähriger Halbbruder mit meiner Mutter 1945 nach Bayern evakuiert wurde, kamen sie dort auf einen Bauernhof. Öfters gab es Grießbrei mit Kirschen – nicht jeder auf seinem Teller, sondern alle aßen zusammen aus einem großen Topf. – Mein Bruder wurde bei den ersten beiden Malen nie satt, weil die anderen Kinder viel viel mehr aßen. Ihm fiel nach kurzer Zeit auf, dass von denen KEINER die Kirschkerne ausspuckte, sondern alle verschluckten sie einfach. – Als er dann auch diese Methode anwendete, wurde er auch satt – und der Wurmfortsatz hat es offenbar überstanden, denn für diesen sollen Kirschkerne nicht so günstig sein, weil sie sich schnell darin festsetzen.
    Lieben Gruß zu dir!

    1. Die Geschichte hat mich jetzt sehr ergriffen, liebe Clara. Es ist halt eine ganz besondere Geschichte vom Spuckkuchen und ich bin dir sehr dankbar, dass du sie erzählt hast. Ich finde es auch gut, dass ihr in der Familie gesprochen habt. Das ist nicht überall so.
      Der Wurmfortsatz beträgt mehr als man denkt. Kirschkerne sammelt er bestimmt nicht ein, wir sollen sie bloß nicht essen. Mir wurde das so auch immer erzählt.
      Herzliche Grüße zu dir.
      (Manchmal wünsche ich mir, auch in deiner Stadt zu wohnen. Dann wäre ich meinen Kindern ein ganzes Stücke näher.)

  3. Das weckt Erinnerungen: Der Spuckkuchen meiner Kindheit war der Kirschenjockel. 🙂 Da haben wir auch schon einmal das Tapetenmuster mit roten Sprenkeln ergänzt. Eine Spuckpalme verteilt ihre Samen mit Sicherheit eleganter.

    1. Klasse! Ich dachte schon, nur ich sei so gewesen. Isa, ich fühle mich jetzt fast wie zu Hause. Bei der Palme war mir nie etwas aufgefallen. Erst als die winzige Palme da wuchs, habe ich mich mit ihr befasst. Im Moment blüht sie noch.

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