Wenn es Abend wird im Spinnstübchen …

… dann ist alles irgendwie gut.

Licht im Spinnstübchen

Ich verarbeite gerade in meinem Spinnstübchen die letzte Wolle der Leineschafe vom NABU nebenan. Das fertige Garn werde ich mitnehmen, wenn ich wieder auf große Reise gehe. Schließlich will ich auch dort etwas zu tun haben und ich möchte den Farmer mit seinen Schafen und Ziegen wieder besuchen und auch etwas schenken aus der Wolle von hier.

Die letzte Wolle der Leineschafe wird verarbeitet

Abends ist es in meinem Spinnstübchen besonders gemütlich. Das Spinnrad surrt (ohne Strom), der Tee duftet (und sorgt für Wärme), gedämpftes Licht lässt vieles unwichtig erscheinen, auch meine Schmerzen, die gerade heftig sind, auch weil es jede Menge Tricker gibt.

Gemütlichkeit im Spinnstübchen
Wärme und ein bisschen Lichterglanz

Gleich werde ich in meinem Spinnstübchen die beiden Fäden verzwirnen, so dass es ein ausgewogenes Garn ergibt. Und nebenbei werde ich Musik hören, diesmal Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“. Es passt ja irgendwie zu der Winterzeit jetzt, stimmt’s? Ich erwische mich gerade dabei, dass ich das im Spinnrad im Takt der Musik trete.
Meinem Musikervater bin ich sehr dankbar, dass er mich Hören gelehrt hat. Nichts ergreift mich mehr als Musik.

zwei Spatzenmädchen vor dem Spinnstübchen

Etwas Schönes möchte ich aber noch zeigen. Das sind zwei Spatzenmädchen aus der Spatzengang, die sich jeden Tag am Futterplatz von meinem Fenster tummeln. Für ihr Futter werde ich immer sorgen, denn ich bin sehr froh, dass sie im Winter hier bleiben. Manche von meinen gefiederten Freunden haben Namen. Nein, ich werde nicht wunderlich. Ich war schon immer so. 😀

Ach, es sind manchmal die ganz kleinen Dinge, die einem das Herz erwärmen können.

14 Gedanken zu „Wenn es Abend wird im Spinnstübchen …“

  1. Gemütlich sieht es in deinen Spinnstübchen aus.
    Die Leineschafwolle lässt sich auch sehr gut spinnen.
    Ich habe noch ein paar Tannenbäume für meine Mama gefilzt.
    Viel Seife habe ich zum Einfilzen gehabt. Hat länger gedauert, weil Corona dazwischen kam.
    Dein Geschenk aus deiner gesponnenen Wolle wird bestimmt gut ankommen.

    Ich hoffe, das wenn du auf die große Reise gehst, deine Schmerzen wieder vorbei sind.

    Ich wünsche dir einen schöne 1. Advent.

    Liebe Grüße Marion

    1. Zeigst du mir mal einen Tannenbaum?
      Du warst ja unglaublich am Werkeln, liebe Marion. Es ist schön, wenn jetzt wieder einiges läuft. Das können alle gut gebrauchen.
      Schmerzen werde ich haben, aber nicht so schlimme. Dort ist es nicht so nasskalt wie hier.
      Einen schönen ersten Advent wünsche ich euch auch im Norden.
      Liebe Grüße

      1. Schau mal bei FB. Habe mein Titelbild geändert.

        Heut ist es bei uns sehr nebelig, nasskalt. Nicht so schön.
        Dann hoffe ich das das Wetter bei deiner Tochter für dich erträglicher ist.

        Liebe Grüße Marion

  2. Rentnerparadies Florida?

    Nein – nur Spaß, jede Hilfe bei chronischen Schmerzen ist willkommen.
    Musik hilft auch mir einfach wegzuschweben, der ab und zu mühselige Alltag ist dann ganz fern…
    Spinnen ist mir nur in der sprichwörtlichen Bedeutung möglich ;-).
    Lieben Gruß von der Kelly (die nun dem Link folgt)

    1. Nein, nein, liebe Kelly, ich düse nach Kalifornien zu meiner Tochter. Für mich ist es gut, der winterlichen Kälte zu entweichen und ich kann sie ein bisschen unterstützen, indem ich mich mit dem Enkel beschäftige.
      Wenn früher jemand bei uns anrief und meinen Sohn fragte, was die Mutti macht, sagte der: „Die spinnt!“ Wenn am anderen Ende der Leitung dann gesagt wurde, dass er das doch so nicht sagen könnte, meinte er ganz sicher: „Doch!“
      Liebe Grüße an dich.

  3. LED-Kerzen habe ich dieses Jahr auch. Sie stehen am Fenster zwischen den Pflanzen. Bisher habe ich sie wegen der Batterieverschwendung gemieden, aber jetzt gibt es einige Modelle, die über USB aufladbar sind. Kerzen sind immer gut, besonders fürs Gemüt!
    Ein schönes Wochenende und liebe Grüße,
    Elvira

    1. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich zuletzt mal Wachskerzen brennen hatte. Drei aufgeweckte Kinder und zwei sich jagende Katzen haben mich davon Abstand nehmen lassen. Zwei frühere Katzen hatten den Adventskranz auf’s Sofa gefegt. Das hat mich vorsichtig werden lassen.
      Jetzt gibt es zwar hier keine Kinder und Katzen mehr, aber ich habe mich daran gewöhnt, nichts Brennbares zu haben.
      Ich grüße dich herzlich, liebe Elvira.

  4. Das sieht wahrlich gemütlich bei dir aus. Wie fein. Hier ist es ähnlich. Der Ofenbollert, es riecht nach Suppe, ich stricke. Musik ist im Hause Braun immer mit dabei. Allerdings eher zum Lesen (gerade Händel, Beethoven und Mozart), beim Stricken höre ich Hörbuch. Gerade ist es Anfänge von David Graeber und David Wengrove. Ja, es ist alles erträglicher im gedämpften Licht und wenn es lecker nach Tee duftet. Alles Liebe

    1. Ach ja, gut, dass du Händel erwähnst! Seine „Sarabande“ krame ich immer aus, wenn es mir nicht gut geht. Nach den vier Minuten geht es mir besser.
      So ein bollernder Ofen würde mir gefallen. Ich bin eine elende Frosthucke! Kommt ein kühles Windchen, fange ich an zu frieren. Umgekehrt, wird es mir wohlig warm, sobald das Feuer im Ofen knistert. Schon in jungen Jahren wollte ich eine Ofenbank haben wie bei der Babajaga. 🙂
      Liebe Grüße an dich und lass dir das Süppchen gut schmecken.

  5. Das sieht sehr gemütlich aus bei dir. Richtig hyggelig. 😉
    Ohne Musik könnte ich – glaube ich – nicht leben. Sie besänftigt mich, spornt mich an, befeuert mich, lässt mich Beschwerden vergessen. Und Humperdincks Hänsel und Gretel habe ich von meiner schönen, langen Zeit in der Bayrischen Staatsoper in ganz wunderbarer Erinnerung…
    Herzliche Grüße!

    1. Als Kind habe ich die Oper im Radio gehört. Später bekam eine Freundin über ihren Betrieb Karten für die Leipziger Oper geschenkt. Sie durfte noch zwei Personen mitbringen und ich gab ihr meine beiden älteren Kinder mit. Ich habe leider nie eine Aufführung gesehen. Aber Hören kann ich es trotzdem. Es ist einfach nur schön.
      Das glaube ich, dass das Erlebnis in der Bayrischen Staatsoper unvergesslich bleibt.
      Mein Garn ist übrigens fertig geworden.
      Liebe Grüße an dich.

  6. Musik täte ich liebend gerne hören, aber dann wäre hier ein Klangteppich, der einer Kakophonie gleicht! So lasse ich den Junioren ihre Melodien und höre ich mich hinein. Stattdessen entzünde ich echte Kerzen – hier eins, da eins und dort im Eckchen ist auch noch ein Plätzchen – ich schaue ins Flackerlicht und beginne zu träumen.

    1. Es ist schön, wenn man träumen kann. Ich mache das am Spinnrad. Manchen, was ich nicht mehr machen kann, stelle ich mir einfach vor und manchmal erwächst aus der Träumerei eine Idee.
      Die Musik brauche ich, um meine manchmal überschäumenden Gefühle zu bändigen. Es ist auch icht immer Klassik, was ich da höre. Wenn ich so richtige Wut im Bauch habe, hilft AC/DC, „TNT“ oder „Hell Bells“ z.B. Und dann geht es wieder.
      Flackerlicht, das finde ich gut.

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