Der Ort einer Sage – Wintersdorf im Altenburger Land

Meine Freundin schimpft oft, dass sie meist alleine auf Tour gehen muss. Mit den Krücken machte mir das Laufen keinen Spaß, in den Rollstuhl will ich (noch) nicht. Aber gestern schnappte ich mir meinen niegelnagelneuen Rollator und wir fuhren mit einer weiteren Freundin nach Wintersdorf ins Altenburger Land.

Von einer Sage möchte ich später berichten, einer aus dem Altenburger Land, genauer gesagt einer aus Wintersdorf. Den Ort kannte ich. Hier bin ich immer mit dem Rad durchgefahren, wenn ich in mein Internat in Windischleuba musste. Man sieht und merkt es, dass man sich im Altenburg-Zeitzer Lösshügelland am Rande der Leipziger Tieflandsbucht befindet. Die Bundesstraße geht ordentlich steil nach oben. Da stand ich nun mit meinem Rollator und fragte mich, wie ich damals da hochgegurkt bin mit meinem alten Diamant-Fahrrad ohne Gangschaltung.

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Sagen erzählen „wemmer ohmds in Winter hengern worm Ufen sitze.“

Sagen und Geschichten. Karin Braun brachte mich dazu, mich damit mal wieder zu beschäftigen. Sie plant ein Sagen-Buch im nächsten Jahr und hat mich gefragt, ob ich eine beizusteuern hätte. Das hat mich in die Spur gesetzt, denn die Gegend, die meine Heimat ist, hat mit einer Menge Sagen aufzuwarten.

Ich weiß nicht, ob man im Altenburger Land besonders redselig ist. Man erzählt aber schon gerne. Und so ist es wenig verwunderlich, dass es aus der Gegend um Altenburg auch viele Sagen, Schauergeschichten, wunderliche Begegnungen und mehr gibt, was über Jahrzehnte und Jahrhunderte weiter erzählt wurde, von einer Generation zur nächsten.
Auch in den Familien meiner Eltern war es üblich, dass man sich abends, zur Dämmerung traf. Geschichten wurden erzählt, der neuste Klatch ausgewertet, die Dorfmeinung diskutiert und die große Weltpolitik natürlich auch.

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Das Gezwitscher der Spatzen: In meiner Badewanne bin ich Kapitän.

Es ist unglaublich schön, mit der Kaffeetasse am Wohnzimmerfenster zu sitzen. Im Hof spielen Jungen und Mädels Fußball, Muttis treffen sich am Spielplatz und auf meinem Fensterbrett tummeln sich Vögel. Ihnen könnte ich stundenlang zusehen.

Das Gezwitscher der Spatzen gefällt mir. Und manchmal verstehe ich es sogar. Jaja.
Da wo ich erst wohnte, war es still im Hof. Im Nachbarhaus fütterte eine ältere Dame die Vögel auf ihrem Balkon, aber die waren nicht laut. Im Hof waren kaum Kinder. Einen Jungen mit Fußball sah ich manchmal. Ich finde es viel schöner, wenn ich Wohngeräusche und spielende Kinder höre, wenn ein Hund bellt oder jemand laut lacht. Sonst komme ich mir vor, wie in einem Hollywood-Endzeitfilm, als einsamer Überlebender.

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Farbe im Herbst und die Geschichte meiner Ziegenuhr.

Nein, besonders mag ich den Herbst nicht, diesen leisen Abschied in die Ruhe. Und je schneller es abends dunkel wird, um so mehr suche ich die Farbe. Farben sind das Lächeln der Natur, sagte William Holman Hunt. Stimmt, es ist noch einmal ein ganz besonderer Gruß.

Das einzige, was mich am Herbst immer tröstet, ist Farbe. Der Spatzenbaum vor dem Wohnzimmerfenster färbt sich langsam rot. Die Photosynthese wird herunter gefahren und damit die Erzeugung des Chlorophylls, des grünen Blattfarbstoffes. Ach ja, darüber habe ich mal meine Biologie-Abi-Arbeit geschrieben. Es ist so lange her.

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Schwarz und Weiß und einiges dazwischen – wie die Farben der Elster.

Dauerregen. Macht nichts, ich hatte ihn mir ja gewünscht. Also habe ich mir Tee gekocht, mich in meinen Sessel gepackt und mir wieder eine Vorlesung von Frau Prof. Gerok-Reiter zur Ästhetik in mittelalterlicher Literatur angehört. Dass mich Sprachgeschichte sehr interessiert, ist ja nun kein Geheimnis mehr. Was ich aber nun hörte, überraschte mich sehr.

Kennt ihr Parzival?
Nein, wenngleich ich das auch mal wieder gerne möchte, ich gehe jetzt nicht mit euch in die Oper. Mich beschäftigt ein Beispiel aus der Vorlesung von Frau Prof. Gerok-Reiter, in dem es um einen Auszug aus dem Versroman Parzival von Wolfram von Eschenbach ging, das Elstergleichnis oder Denken in Schwarz und Weiß. Eschenbach schrieb sein in Versform gehaltenes Werk um 1200 und noch immer kann es einen beschäftigen, so wie eben auch Wagner seinerzeit zu seiner Oper inspiriert hat.
Und was hat mich nun so in den Bann gezogen?

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Eigentlich. Das Wort, das sich gewandelt hat.

Irgendwie ist mir heute das Herz schwer. Den ganzen Tag gab es nur Hiobsnachrichten, offizielle über die Nachrichtenkanäle aber auch Private. Ich habe das Gefühl, dass es nichts Stetiges mehr gibt, nichts an dem man sich orientieren kann. Eigentlich brauche ich so etwas, um Ziele zu finden und Pläne zu machen. Eigentlich.

Das Wort „eigentlich“ verwende ich so oft. Jaja, die Einschränkung, ich weiß. Aber darum geht es mir heute gar nicht, denn die Wortbedeutung hat sich geändert im Laufe der Zeit.
Im 12.Jahrhundert hieß das Wort noch eigenlich, von „eigen, im Besitz haben“. Ich habe heute mal im „Kluge“, dem Etymologischen Wörterbuch nachgelesen. Noch immer finde ich die Wortherkunft und Sprachentwicklung spannend. Darüber will ich aber gar nicht schreiben, eigentlich.

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Meisen-Airport. Und was noch so los ist.

Es wird mal wieder Zeit! Ich nehme mich jetzt mal wieder am Kragen und suche mir ein angenehmes Thema. Fast zumindest.

Was es mit dem Meisen-Airport auf sich hat, erzähle ich gleich. Zuerst muss ich Bauchgrimmen loswerden.
In meinem Ökonomiestudium hatte man uns mal gesagt, dass die benötigten Rohstoffe für die Weltwirtschaft bis ungefähr 2060 reichen würden. Himmel, ich war jung und das war weit weg. Man sagte uns auch, dass es dann verstärkt zu Gerangel und auch zu handfesten Kriegen führen würde. Ja, das glaubte ich unbesehen. Der Vietnam-Krieg war allgegenwärtig. (Weiß noch jemand, was der Anlass war?)
Und jetzt lese ich das Buch „Überleben“ von Dirk Steffens und mich packt das kalte Entsetzen.

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Tastentage zum Grünauer Kultursommer. Piano-Medley von Thomas Krüger.

Nein Leipzig-Grünau ist nicht einfach eine Schlafstadt. Besonders zum Grünauer Kultursommer und auch zu den Tastentagen erwacht es zu einem ganz besonderen Leben.

Als ich mit meiner Freundin vom Agragelände zurückkam, hörten wir Klaviermusik in der Nachbarschaft. Ach ja, die Tastentage. Es fiel mir wieder ein.
Wir hatten noch keine Lust, nach Hause zu gehen und bewegten uns hin zum Amphitheater, Alte Salzstraße. Thomas Krüger, Mr. Pianoman, gab ein Konzert. Krüger ist dem einen oder anderen einerseits sicher von Youtube bekannt und andererseits habt ihr ihn vielleicht auch in eurer Stadt schon gesehen, auf Bahnhöfen, auf dem Flugplatz oder eben mittendrin. Aber eben immer an einem Klavier oder Flügel.

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Die Messe Veggienale & Fairgoods, „Nordwolle“, spinnen und Teppich knüpfen.

Ich hatte eine Eintrittskarte für die „Veggienale & Fairgoods“ gewonnen und habe die kleine, aber feine Messe besucht. Und dann war ich noch mit spinnen und Teppich knüpfen beschäftigt. Ach, es gibt so feine Neuigkeiten! Manchmal braucht man wieder einen Anschubbser. Dann klppt es auch wieder mit neuen Plänen.

Bei einem Gewinnspiel von „Nordwolle“ hatte ich eine Eintrittskarte gewonnen und so packte mich meine Freundin ins Auto und wir fuhren zur „Veggienale & Fairgoods“ und besuchten die Messe auf dem Agra-Gelände. Besonders war, dass ich mein Lieblingsunternehmen besuchen konnte. Manchmal braucht es Anregungen. Und dann klappt es auch wieder mit dem Mut zu neuen Plänen.

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Wiedermal zu Besuch im Dörfchen in der Elsteraue.

Meine Freundin holte mich am Sonntag ab und wir fuhren zu einer weiteren Freundin. Das Wetter war schon ein bisschen herbstlich, die Felder im Landkreis sind abgeerntet, aber die Sonne schien. Uns zog es raus aus den Wohnungen und raus aus der Stadt.

Im Dörfchen in der Elsteraue wurden wir schon erwartet. Das Wetter war zu schön, als dass es uns in die Wohnung zog. Wir beschlossen, den Tag draußen zu verbringen, im Hof der Freundin. Der Hof ist aber auch zu schön und birgt ganz viele Geheimnisse. Ich sitze unglaublich gerne dort und in netter Runde gleich gar.

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