Mucke auf die Ohren und dabei nie wieder Haareraufen.

Was man so eben tun kann, wenn es draußen Schnüre regnet und nicht aufhören will.

Geregnet hat es hier ordentlich und, aber heute blinzelt die Sonne schon ab und an durch die Wolken. Der Regen war eigentlich nicht Grund zum Haareraufen. Der war ein ganz anderer.

Regentage sind immer gute Rechnertage. Und so hockte ich hier und sollte etwas schreiben über meinen kreativen Werdegang. Umpf!
Über alle andren, die ich so kenne, würde ich Worte finden. Aber über mich?
Da wäre schon Gelegenheit dazu gewesen, aber das Haareraufen habe ich mir eisern verkniffen. Passiert ist es aber dann doch noch.

Ich mag es nicht, mit Musik beschallt zu werden, die ich nicht mag und die ich gerade gar nicht hören will. Dazu gehört zum Beispiel Radiogedudel. Herr E. hat einen ganz anderen Musikgeschmack als ich und deshalb haben wir uns geeinigt, Kopfhörer aufzusetzen.

Ich saß nun also mit meinen Kopfhörern vor meinem Rechner und bei jeder Bewegung, bei jedem Geraderücken oder eben auch mal kurz Abnehmen verfingen sich meine Haare. Manchmal konnte ich sie herauszuppeln und manchmal rissen sie aus. Das war also das Haareraufen, welches auch noch weh tat und mir Sorgen bereitete, dass ich irgendwann mal lichte Stellen habe.

gegen das Haareraufen
Nun ist Ruhe. Die Haare bleiben dran.

Mein Sohn hatte mal gesagt, dass er sich ernsthaft Sorgen macht, wenn ich irgendwann auch noch den Klodeckel einstricke. Nun, da habe ich nicht die Absicht, aber Wolle habe ich nun mal und so findet sie eben auch immer mal ihren Einsatz. Das Haareraufen beim Gebrauch der Kopfhörer ist jedenfalls zu Ende.

Liebe Karin, da kann ich gleich mal einwas zeigen, was aus der Wolle geworden ist, die du mir geschickt hast.
(Und jetzt versuche ich mich nochmal an diesem Werdegang.)

Theodor Fontane und Afghanistan. Ein altes Gedicht und die Gegenwart.

Theodor Fontane war für mich schon immer mehr als Effi Briest. Und ich weiß heute gar nicht, wo ich anfangen soll mit schreiben, denn mir ist das Herze so schwer.

Eigentlich wollte ich mich ablenken von den Bildern aus Afghanistan und las Gedichte aus alten Zeiten. Fontane war es diesmal, da ich seine Sprache und die Ausdrucksmöglichkeiten mag. Meine Mutter liebte den Dichter über alles und durch sie kam ich ein ganzes Stück über Effi Briest hinaus und das ewige Gejammer darum. Früher las ich nicht nur Gedichte von Theodor Fontane, sondern auch anderes, wie „Der Stechlin“ oder die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“.

Nun, gestern wollte ich nur Gedichte lesen von Liebe und Natur, den Jahreszeiten und solchen Dingen. Wohingegen es nichts wurde aus der Ablenkung, weil ich gleich zu Beginn ein Gedicht fand, welches mir wieder zu denken gab.
Ich zeige es mal.

Das Trauerspiel von Afghanistan

Theodor Fontane

Der Schnee leis stäubend vom Himmel fällt,
Ein Reiter vor Dschellalabad hält,
„Wer da!“ – „Ein britischer Reitersmann,
Bringe Botschaft aus Afghanistan.“

Afghanistan! Er sprach es so matt;
Es umdrängt den Reiter die halbe Stadt,
Sir Robert Sale, der Kommandant,
Hebt ihn vom Rosse mit eigener Hand.

Sie führen ins steinerne Wachthaus ihn,
Sie setzen ihn nieder an den Kamin,
Wie wärmt ihn das Feuer, wie labt ihn das Licht,
Er atmet hoch auf und dankt und spricht:

„Wir waren dreizehntausend Mann,
Von Kabul unser Zug begann,
Soldaten, Führer, Weib und Kind,

Erstarrt, erschlagen, verraten sind.

Zersprengt ist unser ganzes Heer,
Was lebt, irrt draußen in Nacht umher,
Mir hat ein Gott die Rettung gegönnt,

Seht zu, ob den Rest ihr retten könnt.“

Sir Robert stieg auf den Festungswall,
Offiziere, Soldaten folgten ihm all‘,
Sir Robert sprach: „Der Schnee fällt dicht,

Die uns suchen, sie können uns finden nicht.

Sie irren wie Blinde und sind uns so nah,
So lasst sie’s hören, dass wir da,
Stimmt an ein Lied von Heimat und Haus,

Trompeter blast in die Nacht hinaus!“

Da huben sie an und sie wurden’s nicht müd‘,
Durch die Nacht hin klang es Lied um Lied,
Erst englische Lieder mit fröhlichem Klang,

Dann Hochlandslieder wie Klagegesang.

Sie bliesen die Nacht und über den Tag,
Laut, wie nur die Liebe rufen mag,

Sie bliesen – es kam die zweite Nacht,
Umsonst, dass ihr ruft, umsonst, dass ihr wacht.

Die hören sollen, sie hören nicht mehr,
Vernichtet ist das ganze Heer,
Mit dreizehntausend der Zug begann,

Einer kam heim aus Afghanistan.

Nur ein altes Gedicht?

Dieses Gedicht schrieb Theodor Fontane 1857.

1839 marschierten die Briten in Afghanistan ein. Das Land erlebt also nicht zum ersten Mal Besetzung und den Versuch, es zu verändern nach fremden Vorstellungen. Einen weiteren Versuch gab es 1839 – 1842 und einen dritten im 1. Weltkrieg. Dass die Briten nicht die einzigen waren, die sich in dem Land zu schaffen machten, wissen wir alle.
Mich lassen die Fragen nicht los, warum sich so vieles in der Geschichte einfach immer wiederholt. Warum fällt uns nicht mehr ein, wenn es um das Zusammenleben auf unserer kleinen Erde mit so vielen verschiedenen Menschen und Kulturen geht? Was haben all die Kriege denn nun gebracht? Und wieso meint man noch immer nicht, dass es keine gerechte Kriege geben kann und auch keine Berechtigung?

Raus und weg von aller Informationsflut

Ich habe mir dann meinen Fridolin geschnappt und bin los, alleine in den Garten. Irgendwie habe ich immer mehr Zutrauen zu dem Hilfsmittel.
Herr E. hatte seine große Tochter zu Besuch.
Manchmal kommt es mir vor, dass meine Welt zu klein ist, dass mir viel verloren geht. Die Tochter meinte aber zu mir, dass sie froh wäre, wenn ihre gehbehinderte Tochter solchen Mut zur Selbständigkeit aufbringen würde wie ich.
Das musste ich erstmal verdauen.


Im Garten blühte noch so vieles, manches zum zweiten Mal, wie die Lupine. Ich habe Tomaten geerntet, Kräuter für den Wintertee und ich habe Bodenproben geholt für meinen Versuch morgen. Die Vögel futterten in friedlicher Eintracht an der Futtersäule, wohingegen unsere Haus- und Hofmaus einen dicken Arsch hat. Sie sammelt zum Beispiel auf der Erde ohne Mühe alles ein, was die Vögel über ihr breit werfen.

Es war ein schöner Tag, auch wenn ich meine düsteren Gedanken indess nicht ganz los wurde.

Wir lachen viel zu wenig und manchmal kann es einen auch vergehen.

Das war das Fazit eines Telefonates mit der Freundin aus der Elsteraue. Und so kann es nicht bleiben, trotz alledem.

Mal wieder herzlich lachen – ich weiß nicht so genau, wann das tatsächlich so war. Wisst ihr, ich meine ein solches Lachen, bei dem einen die Tränen kommen.

Dass Lachen gesund ist und auch notwendig für das Seelenheil, soviel weiß man ja nun schon. Vergangen war es mir dennoch in den letzten Tagen. Da plagte mich ein Rheumaschub und das alleine ist schon schlimm genug. Bei den Berichten und Bildern aus Afghanistan war mir nicht nur das Lachen im Halse stecken geblieben. Mir kamen die Tränen. Ich war immer gegen diesen Einsatz in der Art dort gewesen, Genugtuung empfinde ich nicht.
Der Klimabericht kam nicht überraschend für mich, aber andererseits hat er mich schon erschüttert und da besonders die Gleichgültigkeit mancher.

Die Bundestagswahl geht mir am Poppes vorbei. Ich werde mich am Wahltag ins Wahllokal bewegen. Überlegen, wen oder was ich wähle muss ich nicht und daran ändert sich auch nix mehr.

Mein „Verlagszeuchs“ ist fertig, die Bewerbung für den Quartiersrat wird heute noch verschickt und mein Kistchen mit dem Wintertee aus selbst gesammelten Kräutern füllt sich langsam. Bei der Freundin auch. Och, ich tue mich verdammt schwer damit, etwas über mich sagen zu müsssen, finde das alles so unwichtig.

Manche Wiesen sehen recht üppig aus im Moment. Ich finde das immer wieder schön.

Sanddorn - mein Gesammeltes sorgt schon manchmal für Lachen und gute Laune
Sanddorn in Szene gesetzt mit Affinity Photo

Eigentlich wollte ich heute in den Garten, Erdproben holen. Ich will den PH-Wert des Bodens überprüfen. Bei der Baumschule Horstmann in Schenefeld habe ich gelesen, wie man das macht und warum das wichtig ist. Ich schreiben bestimmt noch darüber.
Das Wetter lädt aber heute nicht gerade zu einer Ausfahrt ein und so habe statt dessen halt mal wieder einen Rechnertag. Bildbearbeitung steht an und mit dem Videoschnitt bin ich gleichwie auch ein gutes Stücke weitergekommen. Das freut mich sehr.

Hopfen
Hopfen würde ich gerne auf dem Balkon haben.

Dieser Hopfen ist noch nicht reif, aber ich möchte unbedingt welchen haben. Bier brauen werde ich ganz bestimmt nicht, dagegen aber ab und an einen Tee werde ich mir gönnen. An den Tagen, wo das Lachen im Halse stecken geblieben ist zum Beispiel, wäre es vielleicht nicht schlecht.

Herbstastern
Herbstastern vom Balkon der Freundin

Meine eigenen überwinterten Herbstastern sind noch nicht so weit. Die Pflanze hat sich zwar prächtig entwickelt, aber sie blüht halt noch nicht. Das macht nichts. Alles braucht halt seine Zeit. Nur ich habe manchmal das Gefühl, dass sie mir langsam knapp wird.

Ich mache mich erstmal wieder vom Acker. So ganz nebenher ist mein Rechner wieder auf den neusten Stand gebracht und ich verschwinde jetzt wieder in meinen Programmen.

Die Wärme des Sommers genießen, so lange es geht.

Es ist wie es ist und wird doch anders.

Ich sitze auf meinem Balkon und genieße die letzte Wärme des Sommers. Das ist auch nötig, denn der nächste Rheumaschub ist in vollem Gange. Normal, denn es braucht nicht erst das feucht kalte Herbstwetter dazu.

An meinem Sommerflieder tummeln sich Insekten. Ich sehe ihnen gerne zu, wie sie noch eifrig Nektar sammeln. Ich bin so froh, dass ich ihn angesiedelt habe und vor allem vor der Elektroheckenschere bewahrt habe. Es sieht so schön aus, wie er blüht.

im Garten inm der Wärme des Sommers gewachsen
Tomaten und Salat aus dem Garten

Im Garten gibt es immer noch allerlei zu ernten. Ich freue mich über alles, was da gewachsen ist. Die eigenen Tomaten schmecken eh immer am besten.

Meine Freundin aus der Elsteraue und ich sammeln gerade Pflanzliches für einen Wintertee. Mal sehen, wie unsere Mischungen schmecken. Ich freue mich schon darauf.
Mühe macht es und wenn ich alles abgerebelt habe, dann ist auch gleich mal Putzen angesagt. Was mir die Natur schenkt, das nehme ich gerne. Ich möchte nicht alles kaufen und wäre auch nicht besonders stolz darauf, wenn ich es könnte.

Kräuter gewachsen in der Wärme des Sommers
Wintertee

Die Wärme des Sommers könnte ich ja auch mal genießen mit einem Buch in der Hand. Das geht bei mir nicht, einfach weil es zu viel zu schauen gibt da draußen.

Heute hat man in der Leipziger Internetzeitung ein Buch vorgestellt, welches ich unbedingt haben und lesen möchte. Ich finde mich darin wieder und damit rückt es einiges in meinem Leben wieder gerade. Nie, nie wieder lasse ich mir etwas oder mich selber klein reden. Nie wieder wird man mir einreden, dass man uns Freiheit geschenkt hat. Die haben wir uns selber genommen. Vieles ist nach der Wende nicht gut gelaufen, auch in meinem Leben nicht, aber schüchtern unterm Stein hervorkucken muss keiner. Nein!

schon mal ein bisschen Winterschmuck aus der Elsteraue

Ich habe meine Unterlagen für den Verlag fertig gemacht. Jetzt schaut noch einmal meine Tochter prüfend darüber und dann kann es abgeschickt werden. Wird jemand anders gewählt, ist das nicht schlimm für mich. Die Vorbereitung war eine gute Gelegenheit, mich zum Beispiel selbst mal zu sammeln.

Mein Quartiersrat in Leipzig-Grünau sucht noch Mitstreiter. Ich werde mich demnächst bewerben. Wenn man eine „Olle“ will, die nicht gut zu Fuß ist, dann werde ich mich einbringen. Grünau zu Liebe. Und Fridolin karrt mich schon hin.
Aber jetzt genieße ich noch ein bisschen die Wärme des Sommers.

Und wisst ihr was? Ich koche mir jetzt eines meiner Lieblingsessen.
„Das hab‘ ich mir verdient, lala lala… “ *träller
(Und jetzt habe ich auch noch einen Ohrwurm!)

Und dabei ist doch gar nicht Freitag der Dreizehnte.

Nein, abergläubig bin ich nicht.

So ist das, wenn man gerade mal alleine ist. Da passieren Dinge, die man weder verhindern noch selber wieder richten kann. Dabei ist heute gar nicht Freitag der Dreizehnte. Und gestern war der auch nicht.

Heute war es dann ganz aus. Mein Gestell mit den Bohnen auf dem Balkon war zusammengebrochen. Wie ich mich auch mühte, ich bekam es nicht wieder hin. Aber zum „Schmiss“ am Arm hat es gereicht.
Schade, denn gerade jetzt hatten sich die Feuerbohnen so gut erholt. Sie blühten und es waren auch schon Bohnen dran. Ich bekam zuerst einen Heulanfall und dann habe ich die Feuerbohnen zerschnitten und in den Komposteimer gepackt. Ende. Aus.

Hilfe rufen konnte ich leider nicht, denn beim Provider klemmte es. Netz weg, Telefon weg. Man arbeite daran hieß es. Es scheint wirklich nicht meine Woche zu sein. Hoffentlich reicht es nun mal mit der Pechsträhne und Sachen wie nach Art „Freitag der Dreizehnte“.

Gefreut habe ich mich aber dann doch noch, über meinen Sommerflieder vor dem Balkon. Endlich haben die Schmetterlinge ihn entdeckt. Meine Freundin aus der Elsteraue züchtet auch noch einen Flieder, wenn ich es möchte. Ich überlege es mir wirklich, ob ich mir einen diesmal auf den Balkon stelle.

Trotzdem, ich hätte mir noch mehr Blühendes gewünscht auf dem Balkon. Die fette Henne hat Riesen-Blüten angesetzt, aber sie blüht halt noch nicht. Und der Lavendel, den ich gekauft habe, sagt auch nichts.
Nicht alles blüht, was ich gesät habe. Vielleicht muss ich Geduld haben bis zum nächsten Jahr.

So, ich mache mich jetzt wieder vom Acker. Ich hänge ein bisschen durch, aber morgen geht es bestimmt wieder lustiger zu. Vielleicht passieren morgen mal nicht irgendwelche komischen Dinge und ich kann mich einfach mal in die Sonne setzen. Manches lässt sich auch ganz gut draußen erledigen.

Störche kucken und mit Fridolin zu meinem alten Dörfchen.

Heute gehörte mir die halbe Welt! Ich war endlich wieder unterwegs und ich habe es genossen.

Zu dem Storchennest neben dem Radweg zu meinem ehemaligen Dörfchen wollte ich. Störche kucken wollte ich, so wie ich das damals immer gemacht habe, als ich noch in dem kleinen Dörfchen Räpitz wohnte und den Radweg langgedüst bin.
Die Störche zwangen mich damals schon immer zu einer Pause.

Störche kucken mit Fridolin
Ohne meinen Fridolin wäre ich nicht zur Landpartie gekommen.

Ohne meinen Fridolin wäre ich da nicht hingekommen, denn Fahrrad fahre ich schon lange nicht mehr.
Schön war es, an den Feldern vorbei zu fahren, den Wind im Gesicht zu spüren und einfach mit den anderen Radlern mithalten zu können. Drinnen zu sitzen, das hat viel zu lange gedauert. Ich habe die Freiheit heute unglaublich genossen. Den anderen, die unterwegs waren, ging es vielleicht auch so, denn mit den meisten konnte man ein freundliches „Hallo“ tauschen. Das tat gut.

Die meisten Felder sind schon abgeerntet – Herbststimmung.

Die meisten Felder waren schon abgeerntet. Windig war es sehr, aber das ist es dort fast immer. Nicht umsonst gab es im Dörfchen mal vier Mühlen.
Trotzdem: Es machte sich bei mir Herbststimmung breit und die macht mich immer ein bisschen traurig. Aber nur ein ganz kleines Bisschen.

Der Elster-Saale-Radweg

Es waren viele Radler unterwegs und schon kleine Kinder strampelten auf ihren kleinen Rädern mit. Ich mag es, wenn ich so in die Ferne schauen kann, weit über die Felder. Und genau das konnte ich heute nach Herzenslust genießen.
Die Dürre der letzten Jahre war auch hier zu spüren. Da gab es ein Gartengrundstück mit ganz vielen Fichten. Wie hab ich die damals drum beneidet. Heute waren alle braun und vertrocknet.

Die Störche in ihrem Nest in Seebenisch wollte ich besuchen.
Die Störche in ihrem Nest in Seebenisch wollte ich besuchen.

Die Störche im Nest auf dem Schornstein einer alten Gärtnerei wollte ich besuchen. Neben dem Radweg und nahe am Nest war ein Rastplatz.
Ich hatte Glück. Der „Storchenvater von Markranstädt“, Herr Heyder, „der Herr der Ringe“ oder wie man ihn sonst noch liebevoll nennt, war da und hatte viel zu erzählen.

Es waren nur noch die alten Störche im Horst. Die beiden Kleinen hatten sich gestern mit anderen Jungstörchen auf dem benachbarten Feld getroffen. Heute morgen hatten sie sich auf ihren weiten Weg gemacht. Nie wieder werden sie hierher zurück kommen.
Die Eltern erholen sich noch zwei bis drei Tage und dann machen auch sie sich auf den Weg, getrennt. Treue kennen sie nicht. Sie kommen zurück zum Horst, nicht zu einem Partner.

Na dann: Gute Reise und kommt wieder im nächsten Jahr. Hach, ein bisschen wehmütig ist mir da schon jedesmal. Gut, dass ich mit meiner Landpartie nicht noch länger gewartet hatte. So konnte ich Herrn Storch und seine polnische Partnerin noch sehen.

ein unbebrütetes Storchen-Ei hat Herr Heyder immer mit zum Zeigen

Danke an Dietmar Heyder, den Storchenvater, dass er sich Zeit für uns alle genommen hat. Viel hatte er zu erzählen von den Störchen und von der manchmal recht beschwerlichen Beringung der Jungvögel. Die Dürre der letzten Jahre hatte auch ihnen und dem Nachwuchs zu schaffen gemacht. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass alles in der Natur seinen angestammten Platz behalten kann. Immer!

Ich habe dann noch mein ehemaliges Wohnhaus besucht. Da oben, in der Mitte links, habe ich mal gewohnt. Vom Küchenfenster auf der anderen Seite aus, hatte ich einen herrlichen Ausblick über die Felder. Es war eine gute Zeit hier.

mein altes, neu gemachtes Wohnhaus

Jeder Ausflug geht einmal zu Ende. Wenn ich mit Fridolin zur Freundin in die Elsteraue will, muss ich hier lang. Das heißt, die Hälfte der Strecke hab ich heute schon mal geübt.
Ein schöner Tag war das. Ich habe viel gesehen, konnte mit anderen Menschen reden, war nicht alleine. Und bestimmt mache ich mich mal wieder auf den Weg. Die neue Freiheit muss ich nutzen.

Der Golfstrom – die Wärmepumpe Nordeuropas wird schwach.

Wenn das Gleichgewicht kippt.

Nein, ich halte jetzt keine Vorlesung über den Golfstrom, die Wärmepunpe Nordeuropas. Das können andere viel besser und geheim sind ihre Puplikationen auch nicht.
Ich möchte über meine eigene, jahrelange Sorglosigkeit schreiben. Ich dachte nämlich, dass mehr Zeit ist, bestimmte Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Da habe ich mich geirrt.

Vor Jahre, als ich noch in Freizeitpark arbeitete, erzählte mir meine Lieblingskollegin und Freundin, wie sich der Golfstrom verändert und was das für Folgen hätte. Sie wusste, wovon sie redete, denn sie war gerade in Potsdam mit ihrem „Umwelt“-Studium fertig geworden.

Sorge um den Golfstrom und ein alter Zeichenversuch
wenn die Ozeane sich erwärmen

‚Ach naja, wenn alle nicht zuhören, wenn Wissenschaftler gegen Mauern und taube Ohren reden, wenn das niemend interessiert – dich wird es mit deiner begranzten Lebenszeit nicht mehr treffen.‘ So dachte ich damals und fühle mich gar nicht wohl ob meiner Sorglosigkeit.

Wissenschaftler warnen schon lange und so hat mich die gestrige Meldung über das arge Schwächeln des Golfstroms nicht überrascht. Welche Auswirkungen das für uns haben kann, kann man nachlesen. Das muss ich hier nicht ausführen. Und die, denen das zu anstrengend ist und die es gar nicht hören wollen, lesen bei mir auch nicht. Ich war aber dennoch entsetzt, dass es nicht mehr 5 vor 12 ist, sondern vielleicht schon später.

wüste
zunehmende Trockenheit

Wo informiere ich mich denn? Ach, Quellen gibt es viele, Wissenschaftler, die über ihre Forschungen reden auch. Ich lese vor allem die Puplikationen des Klimaforschers Stefan Rahmstorf. Vielleicht bin ich durch die oben erwähnte Freundin dazu gekommen. Ich weiß es nicht mehr.

Nein mit den Leugnern von Klimakrise und anderem streite ich mich nicht mehr. Das raubt nur Kraft und Zeit. Ich will aber auch nichts mehr lesen von ihnen. Ihnen geht es nicht darum, die Wahrheit zu finden, nicht nur, wenn es um den Golfstrom geht. Ihnen geht es um das Rechthaben, um jeden Preis. Und weil es so ist, halte ich mich fern und konzentriere mich lieber darauf, was ich ganz persönlich, als kleine Gudrun, wirklich tun kann. Und da geht doch auch einiges.

Veränderungen im Klima und Schwächeln des Golfstromes
die Natur braucht uns nicht

Der Freundin bin ich sehr dankbar, dass sie mir zu einer Zeit davon erzählt hat, da war in den meisten Medien noch großen Schweigen. Lange Zeit. Wenn man jetzt davon berichtet, kann man sicher sein, dass die Kacke schon irgendwie gewaltig am Dampfen ist.


Ich freue mich, dass ich meine Zeichnungen aus meinem alten Blog wiedergefunden habe und nutzen konnte. Den Zeichengriffel werde ich wohl mal wieder „anspitzen“. Ich habe große Lust dazu.

Besuch der Elsteraue. Landpartie, Geburtstagsfeier, Weibernachmittag.

Wenn ich nicht so ängstlich wäre, gänge es auch mit meinem Fridolin.

Die eine Freundin hatte Geburtstag und wollte die anderen beiden mit dem Auto einsammeln und auch wieder nach Hause bringen. Wir haben aber beschlossen, zu der Freundin zu fahren die am weitesten weg wohnt. Wenn wir uns dort zusammensetzen, dann muss die Wegstrecke nur einmal gefahren werden.
Also haben wir in der Elsteraue den Kaffeetisch gedeckt.

Geburtsagsstrauß aus der Elteraue
Der Geburtstagsstrauß aus der Elsteraue.

Es war so schön wieder mal zusammen zu sitzen, zu schwatzen und zu lachen. Und gelacht haben wir reichlich, so dass ein Nachbar mal schauen musste, wer da so gickert.

Ich bin gerne auf dem Lande, aber ich kann da ohne Hilfe nicht leben. Aber die Freundin besuchen ist immer etwas ganz Besonderes. So einen Hof wünsche ich mir. Da könnte ich nach Herzenslust mit Schafwolle rumdreckern, matschen, färben und im Schuppen einen Webstuhl aufstellen. Ich glaube, ich wäre dann nur draußen.
Das geht so nicht, es geht aber kleiner und anders.

Wenn ich nicht so ein Schisser wäre, könnte ich mich auch mit meinem Fridolin aufmachen in die Elsteraue. Ich habe mir schon die 30 km lange Route angesehen, immer die Radwege lang. Aber alleine? Und wenn ich stehenbleibe? Und wenn es dann dunkel wird?
Ich probiere es aber erst mal mit der Hälfte des Weges, bis zu meinem alten Wohnort im Dörfchen. Mal sehen, ob ich mich irgendwann noch weiter traue.

Wenn man sich wohl fühlt, dann vergeht die Zeit wie im Fluge. Wenn nicht, zieht sich alles wie Kaugummi. Nach dem Regen wurde es kühl und die Mücken ließen uns nicht mehr in Ruhe. So langsam mussten wir uns auf den Heimweg machen. Die Freundin gab mir einen Strauß aus getrockneten Getreide mit. Der steht jetzt auf meinen Schreibtisch.

Die Haus- und Hofkatze ist sehr scheu. Ihr Herz konnte ich noch nicht erobern. Bestimmt war ich nicht das letzte Mal in der Elsteraue. Und dann sehen wir mal, wie weit ich mit meinen Katzen-Überredungskünsten komme.
Auf alle Fälle war es ein sehr schöner Tag mit den Freundinnen für den ich wirklich dankbar bin.

die Haus-und Hofkatze der Freundin aus der Elsteraue
Sie muss ich wohl noch ein bisschen umwerben.

Früher haben wir immer gesagt: „Heute ist Schlüppertag“.

Das heißt wohl besser „Ausruhtag“, ein Tag an dem man nicht gleich in die Sachen springt.

Schlüppertag hatte ich heute. So hieß das früher bei mir und meinen Kindern, wenn man nicht so richtig „aus der Hefe kommt“ und mittags immer noch im Schlüpper herum hockt.

Gestern habe ich mich etwas übernommen. Eine liebe Blogfreundin hatte Aufenthalt in Leipzig. Ich habe mich so gefreut, sie zu sehen, und hatte auch versprochen, dass wir uns mal in Leipzigs Innenstadt herumtreiben. Also habe ich mich mit Rollator und einer anderen Freundin im Schlepptau aufgemacht in die Innenstadt. Danach war die Blogfreundin bestimmt genau so fertig wie ich.
Ich schreibe garantiert noch etwas zu dem Stadtbummel, denn es war sehr schön.

Das Wetter war gut, also habe ich mich heute erstmal auf den Balkon gehockt. Die Büsche davor verdecken prima, dass ich nicht korrekt angezogen bin. Wie gesagt: ich hatte Schlüppertag, zumindest bis weit nach Mittag. Untenrum sieht keiner was, und ansonsten könnte ich jederzeit höflich den Hut ziehen, wenn jemand vorbei kommt. „Habe die Ehre!“

Vor dem Balkon blüht jetzt der Sommerflieder, den ich im vorigem Jahr geplanzt hatte. Ich fädele öfter mal die Gießkanne durch das Katzennetz und dann bekommt der Flieder eine Kanne Wasser, wenn er die Ohren hängen lässt. Meine Erdmännchen wachen fein über den Balkon und über meine Ruhe. Und die muss eben auch mal sein.

Naja, ganz faul war ich heute nicht. Die letzten Beeren habe ich zum Beispiel noch verarbeitet, alles Mögliche wild durcheinander und mit einem Hauch von Zimt. Ich glaube, da nasche ich ab und zu im Winter auch mal davon.
Die Johannisbeerblätter sind getrocknet und in die Gläser gefüllt. Ach lange ist es nicht mehr hin und ich werde mich wieder nach warmen Tee sehnen. Ich freue mich darauf.

Schatten an der Wand
Schatten an der Wand

Wie war das? Manchmal tut es gut, einfach mal die Wand anzuschauen?

Das habe ich denn auch gemacht. Ganz spät am Tage, in den letzten Minuten Sonnenschein, bevor die hinter den Häusern verschwindet, sehe ich an meiner Küchentüre den Schatten einer Pflanze aus dem Fenster. Ich schaue mir die Schattenspiele fasziniert an. Das Bild verändert sich schnell, auch in der Färbung, und im Zimmer wird es noch einmal ganz hell.
Der Witz ist nur, die Sonne scheint gar nicht am Nachmittag auf das Fenster. Dort habe ich Morgensonne, die durch den Kirschbaum blinzelt.

Nee, schärfer wird das Bild nicht. Und ich zeige mal warum.

Sonnenspiegelungen
Sonnen

Die Sonne funzelt die Dachkante und einige Fenster gegenüber und hinter meinem Innenhof an und so bekomme ich noch einen Abschiedsgruß von ihr. Mir gefällt das sehr. Manchmal behaupte ich ganz stur, dass das speziell für mich so ist.

Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag. Es darf auch mal ein Gammeltag – ein Schlüppertag – sein, wenn es gut tut. Heldentaten kann man durchaus mal auf den nächsten Tag verschieben.

Ein Schulterwärmer wie die Marktfrauen anno dunnemals.

Manches hat sich bewährt über lange Zeit. Warum sollte ich das ändern?

Einen Schulterwärmer will ich aus meiner selbstgesponnenen Schafewolle stricken. So einen, den man entweder mit einer Metallschließe zusammenhalten kann oder der auf der Brust verkreuzt und hinter dem Rücken zusammengebunden wird. Die Marktfrauen anno dunnemals hatten das so.

Manche Dinge haben sich einfach bewährt und so werde ich dieses Kleidungsstück so produzieren, dass mich die Schafwolle gut umhüllt. Schafwolle hält die eigene Körperwärme fest. Alles fühlt sich warm an, aber nicht unangenehm heiß oder überhitzt. Logisch, die Wolle schützt die Schafe vor Kälte, Regen und auch Hitze.
Fasst man im Sommer in das Vlies eines Schafes, dann fühlt sich das unten, fast an der Haut, angenehm kühl an. Und Regen? Der perlt ab. Und darüber hinaus kann die Wolle viel Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen.

der Schulterwärmer muss noch viel größer werden
Ich stricke einen Schulterwärmer aus Schafwolle

Der Anfang vom Schulterwärmer ist gestrickt. Ich muss aber noch einiges tun. Deshalb bleiben die Nadeln drin. Jetzt muss ich erstmal wieder Wolle kardieren und verspinnen. Das ist nicht die schlechteste Beschäftigung. Sie beruhigt mich sehr und lässt mich über vieles ohne Aufregung nachdenken. Komischerweise komme ich dabei auch zu Lösungen. Klar, man sagt, wenn die Hände beschäftigt sind, dann wird der Kopf frei.
In anderen Ländern singen die Frauen bei solchen Arbeiten. Wir sind dazu wahrscheinlich viel zu zugeknöpft.

der Anfang für einen Schulterwärmer ist gestrickt
meine Nierchen muss ich schon noch einstricken

Da draußen, vor dem Balkon, fängt gerade mein Sommerflieder an zu blühen. Schön sieht das aus und ich bin gespannt, ob Schmetterlinge ihn finden.
Ich würde gerne da draußen schreiben, aber mein Rechner ist nunmal hier drinnen. Und schreiben muss ich heute noch, denn ich möchte an einer Ausschreibung eines Verlages teilnehmen. Und da brauch ich mal etwas Daumendrücken, dafür, dass ich den Mut haben werde, es auch abzu schicken und dafür, dass etwas daraus werden kann.