Ein Nutria kam, sah, siegte und ging wieder. EinNutria und zwei halbe Enten.

Woher wusste das Nutria, dass ich tierlieb bin? Es war schon sehr zutraulich.

Es regnet in Strömen. Und da kann man sich ja mal wieder drinnen etwas beschäftigen, mit Bildbearbeitung zum Beispiel.
Den lustigen Gesellen habe ich im Park getroffen und die Kamera draufgehalten. Da erwischt man allerdings auch noch Dinge, die nicht auf’s Bild sollten. Und wie man die wieder weg bekommt zeige ich heute mal.
(Liebe Beate N., ich hoffe, dass ich dir eine Freude machen kann.)

Der Nutria, der aus dem Teich stieg und wieder verschwand
Nutria pitschnass

Hehe, wer kommt denn da? Der Nutria ließ sich von mir überhaupt nicht stören. Gelassen marschierte er an mir vorbei auf die Wiese.

Das war schon ein recht neckiger Geselle. In aller Ruhe suchte er die Wiese ab und machte sich wieder auf den Rückweg. Sanft ließ er sich in den Angelteich gleiten und verschwand.

Bildbearbeitung: Der Nutria und zwei halbe Enten

So sah das eine Bild tatsächlich aus. Es gab noch zwei halbe Enten, die so einfach nur störten. Mit dem Retusche-Werkzeug „Flecken entfernen“ habe ich zuerst die Ente umfahren, so dass eine Auswahl entsteht.

Mit dem Werkzeug zieht man an eine andere Stelle im Bild und sieht in der Vorschau sofort den gewählten Ausschnitt in der Auswahl. Ist es zufriedenstellend, dann sorgt ein Klick dafür, dass der Inhalt geladen wird.
Die zweite Ente verschwand auf die gleiche Weise. Das Programm arbeitet sehr ordentlich und präzise.

Nutria

Freund Nutria ist jetzt ohne die zwei halben Enten zu sehen, ich bin zufrieden und mache mich wieder vom Acker von der Wiese. Na dann: Lasst es euch gut gehen.

Hexenfurz und Teufelsdreck. Unterwegs im Kräutergarten.

Die ersten beiden Worte sind der Titel einen Kräuterbuches, welches ich heute geordert habe.

Mich beschäftigt schon lange die Frage, wie ich leben möchte und was mir wichtig ist. Seit damals, als es den gravierenden Einschnitt gab in meinem Leben und mich Schafe wieder in die Spur gebracht haben, lässt es mich nicht mehr los. Zuerst war plötzlich vieles für mich abhanden gekommen und dann wollte ich es gar nicht mehr haben. Auf so manches konnte ich verzichten, aber nicht auf einen Kräutergarten.

Waldmeister aus dem Kräutergarten
Meine Zeichnung vom Waldmeister. Er wächst im Garten.

Als ich mit den Schafen auf einer Wiese war, stellte ich fest, dass um mich herum viele Blumen, Kräuter und Gräser waren und ich hatte von nichts eine Ahnung. Ich schleppte nun auch noch ein Bestimmungsbuch mit und fragte alten Schäfern Löcher in den Bauch. Einen größeren Kräutergarten als die Wiesen gibt es eigentlich nicht.

Getrocknetes aus dem Kräutergarten
getrockneter Waldmeister aus dem Kräutergarten

Die Beschäftigung mit den Kräutern tat mir gut. Ich besuchte Kräuterseminare und hielt schließlich selber welche. Bis… Und da kam der nächste Dämpfer: mein Rheuma haute mir die Beine weg.

Und nun? Ist nun alles zu Ende? Alle Träume ausgeträumt, auch der vom Kräutergarten?

Waldmeistergelee und getrocknetes Kraut
Waldmeistergelee und getrocknetes Kraut. Waldmeister ist nicht nur in der Limonade oder Maibowle gut, auch als Heilkraut ist er nicht zu verachten.

Irgendwo, weit draußen und am Rande einer Wiese, kann ich nicht mehr wohnen, Äcker umgraben auch nicht, aber zu Wiesen mich hin bewegen, Kräuter sammeln, sie zeichnen und davon erzählen, das kann ich immer noch.

Waldmeistergelee habe ich gemacht und auch ein wenig von dem Kraut getrocknet, vor der Blüte. Er wächst bei uns im Garten und erfreut gerade allerlei Insekten mit seinen Blüten.
Tja, ein bisschen Kräutergarten gibt es eben immer. Und das ist richtig schön.

Ach ja, ich habe heute ein Buch geordert: „Hexenfurz und Teufelsdreck“ von Gerd und Marleene Haerkötter. Ich freue mich auf das Buch und darauf, dass vielleicht mal wieder jemand sagt, wenn er mich trifft: „Ach, da kommt ja die Kräuterfrau.“ (Hexen gibt es ja nicht.)

Früher wurden sie als Hexen verteufelt: Kräuterkundige, die mit den Wirkungsweisen verschiedenster Pflanzen vertraut waren. Trotz Hexenverfolgung konnte dieses wertvolle Wissen bis heute bewahrt werden. Dieses Buch verknüpft historische, botanische und medizinische Fakten. Es erzählt nicht nur von ‚Hexen‘ und Mythen, sondern liefert auch einen ausführlichen Katalog aller relevanten Pflanzen, die in vornaturwissenschaftlicher Zeit verwendet wurden – sei es zum Kochen, Heilen oder als Aphrodisiaka -, und stellt Sammelhinweise und Anwendungsmöglichkeiten bereit.

Inhaltsangabe vom Verlag Anaconda

Todbringende Kleidung im 19. Jahrhundert. Und heute?

Es wird nicht ohne Überlegungen zur Nachhaltigkeit und zu bestimmten sozialen Aspekten gehen, wenn ich mein Kreuzel mache im September.

Um Kleidung mache ich mir schon lange Gedanken. Was will ich anziehen? Was brauche ich wirklich? Wie wurde es produziert und durch wen? Durch Kinder? Welches Material tut mir und der Umwelt gut?
Eine ganze Menge Fragen sind das, nicht war?

Ich habe meine Vorlieben und kann mir nicht alles leisten. Aber ganz ehrlich, ich brauche auch nicht so viel Kleidung, dass der Kleiderschrank platzt. Ich versuche Hochwertiges zu kaufen, dann eben nicht so viel.

Bei meinen Recherchen zu textiler Produktion, die mich brennend interessiert, stieß ich auf einen interessanten Artikel. „Die tödliche Mode des 19.Jahrhunderts“ war er überschrieben. Ach was, könnte man meinen, das ist doch lange her und vorbei. Wartet es mal ab.
Hier geht es zum Artikel.

Kleidung im 19. Jahrhundert
Das hatte ich schon früher mal gezeichnet und für den alten und dann verschwundenen Blog gebraucht. Die Weiterverarbeitung in meinen neuen Affinity-Programmen klappt schon ganz gut.

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Der Buntspecht namens Fridolin hielt mich auf Trab.

Geduld haben und nicht aufgeben zahlen sich eben manchmal aus.

Aufmerksam wurde ich durch klopfende Geräusche vor dem Fenster. Himmel, wer ist das denn wieder? Die Tauben randalieren anders.
Und da saß er auf dem Futterhäuschen, der Buntspecht, dem ich den Namen Fridolin verpasste.

Bei mir bekommen alle einen Namen, wenn sie ein Weilchen bei mir verweilen. (Auch die Schafe damals hatten Namen. Es gab die Paula und die wilde Hilde, das Lamm Hermann, Mick Jagger – den Ziegenbock, die Liese …) Und der heißt nun halt Fridolin, vielleicht, weil sein Ruf ein bisschen so klingt.

und da sah ich nur noch einen Schatten
pffft- und da sah ich nur noch einen Schatten huschen

Für den Winter hatten wir Fettfutter mit Insekten gekauft. Alle Wintervögel kuckten das allerdings nicht mit dem Poppes an. Herr E. sollte das Futter schon öfter mit in den Garten nehmen, aber wie Männer halt so sind: Zum einen Ohr rein, kurz „Ja“ nuscheln und zum anderen Ohr wieder raus. Und jetzt interessierte sich also Fridolin dafür.

Ich schlich zur Kamera, aber Zack, weg war er! Jede Bewegung im Zimmer registriert der Vogel. Ich versuchte es immer wieder, ihn zu fotografieren. Mal war es dann zu dunkel, manchmal habe ich es verrissen. Dann kam jemand mit dem Hackenporsche angerumpelt und manchmal, naja meistens, war er zu schnell. Gestern hüpfte Penny im entschiedensten Moment auf den Tisch vor dem Fenster.

der Buntspecht Fridolin im Kirschbaum
Huhu, hier bin ich!

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Die Meise im Bade, ordentlich Wind und zwei Nestbeschützer.

Ihr tut es gut und mich freut’s.

Still ist es geworden, aber die Meise kommt mich regelmäßig besuchen. Sehr scheu ist sie nicht mehr. Zu sehr haben wir uns schon aneinander gewöhnt.

Meise im Bade
tauchen, planschen, Wellen machen

Der kleine Kerl kann wunderbare Wellen machen. Mein Fenster ist nach dem Bade ordentlich vollgespritzt. Ich gönne der Meise ihren Spaß. Wir haben doch Lappen zum Nacharbeiten.

Meise auf dem Fensterbrett
Köpfchen in das Wasser …

Eine Nachbarin erzählte mir, dass manche Vögel auf den Zweigen der kleinen Bäume vor unseren Fenstern saßen und ihre Brut fütterten. Nun, das Gartenkommando hat im vergangenem Herbst ordentlich Kahlschlag gemacht. Gefüttert wird jetzt wo anders. Manche Äste treiben gar nicht mehr, an anderen sind jetzt vertrocknete Zweige. Ich hoffe für die Meise und für mich, dass sich der Baum wieder richtig erholt.

nass ist die Meise
„Kuck nicht so! Siehst auch nicht besser aus nach dem Duschen.“

Am Wochenende ist wieder Vogelzählung vom BUND. Ich habe hier immer reichlich Futter- und Badegäste. Nur, wenn Vogelzählung ist, lassen sich viele nicht blicken. Wissen die gefiederten Gesellen, dass ich mit einer Strichliste da sitze?

Gerade grummelt es draußen. Es gibt ein Gewitter. Das Rabenpaar füttert schnell nochmal den Nachwuchs. Es ist ganz ordentlich windig geworden. Der Baum schwankt. Bis jetzt hat das Nest gut gehalten.
Jetzt sehe ich nur noch zwei Schwanzspitzen. Die Eltern haben sich mit in das Nest gelegt um die Jungen zu schützen. „Rabeneltern“ – das ist eigentlich etwas Gutes, wie ich beobachten konnte.

fertig
„In meiner Badewanne bin ich Kapitän …“ *träller

Meisi ist fertig. Jeden Tag sorge ich für sauberes Wasser und putze die Wanne.
Ich freue mich sehr auf die kommende Wärme draußen und dass mich die Vögel weiterhin besuchen. Nach ihnen kann ich die Uhr stellen. Sie vergessen mich nicht.

Spuckpalme und Spuckkuchen. Kennt das vielleicht jemand?

Eine kleine Freude gesucht und auch eine gefunden.

Mein Jan wollte als Kind nie Kirschkuchen ohne Kerne. Wenn die Bäckerin nur „mit ohne“ hatte, wollte er keinen. „Du willst nur Spuckkuchen, gell?“, fragte die Bäckerin dann immer lachend und Jan nickte heftig.
Tja, und ich erzähle heute von einer Spuckpalme.

Spuckpalme
Mias Palme, die ganz winzig und klein bei mir eingezogen war.

Es ist ein schon Jahre her, da schenkte mir die Mia bei einem Besuch eine kleine Palme. Ursprünglich stammt die Art aus Madagaskar und hat so eine Eigenart. Sie spuckt den Samen, der sich aus recht unscheinbaren Blüten entwickelt, meterweit durch die Gegend. Daher ihr Name: Spuckpalme.

die Blüten der Spuckpalme
die Blüten der Spuckpalme

Die Blüten sind wirklich nicht aufregend. Es war ein Zufall, dass ich sie überhaupt entdeckt habe.
Die Spuckpalme ist eine beliebte Zimmerpflanze und auch unter dem Namen Madagaskar-Juwel bekannt (Euphorbia leuconeura). Das klingt doch schon viel besser, gell?

die Spuckpalme bekommt ein neues Blatt
ein neues Blatt im hellen Grün

Die Spuckpalme gehört zu den Wolfsmilchgewächsen. Alle Pflanzenteile und auch die bei Verletzung austretende Milch sind hochgiftig. Bei Arbeiten an der Pflanze sollten Handschughe getragen werden.

Bei mir hat sie einen hellen Platz auf dem Fensterbrett, weit weg und unzugänglich für die Katze. In Haushalten mit Tieren oder kleinen Kindern zum Beispiel sollte man sie nicht haben. Ich hatte sie mal in die Wohnung von Herrn E. gegeben, seit wir aber wieder zusammen wohnen, ist sie wieder da. Und nun hätschele ich sie und das bekommt ihr prima.

ein Senker der Spuckpalme
ein Senker wächst

Ein kleines Senkerchen wächst jetzt neben der Mutterpflanze. Mal sehen, ob ihn jemand haben möchte. Ich kann nichts umbringen und wegwerfen.

Über den kleinen Zwerg habe ich mich sehr gefreut. Ich suche jetzt immer intensiv nach allem, was mir Freude machen könnte, brauche das gerade sehr.
Und nun mache ich mich wieder vom Acker oder besser vom Blumentopf.

Der Kampf mit der Plastiktüte und andere Hofgeschichten.

Manches gibt mir zu denken.

Über Hofgeschichten habe ich ja nun schön öfter geschrieben. Meist ist es ja recht schön, was ich zu berichten habe, z.B. dass nun auch noch neben dem Kirschbaum ein anderer Baum blüht. Richtig schöne rosa Blüten hat der Baum.
Als ich mich daran machte, diese Blüten zu fotografieren, sah ich etwas, was mir sehr zu denken gab.

Nicht alle nehmen ihren Müll mit nach Hause oder entsorgen ihn dort, wo es seine Ordnung hätte. Vor meinem Balkon liegt öfter mal eine Verpackung von Imbiss-Essen oder Milch- und andere Becher. Es ärgert mich, vor allem weil ich schlecht laufen und das schlecht wegräumen kann. Heute lag Plastikmüll neben dem Weg am Kirschbaum.
Das ist eben keine schöne Hofgeschichte.

Hofgeschichten: eine Amsel sucht Nistmaterial.

Seit zwei Tagen versuchte eine einsame Amsel im Kirschbaum ein Nest zu bauen. Es wundert mich, dass sie alleine war. Normalerweise bauen beide Amsel-Eltern am Nest. Sie hatte es eilig. Fast ein bisschen panisch versuchte sie, in einer Astgabel zu bauen. Vielleicht war es ihr erstes Nest.

Hofgeschichten

Viel Nistmaterial findet sich hier nicht. Da ist es nun wieder viel zu aufgeräumt im Innenhof. Alles an kleinen Ästchen hatten die anderen schon weggeschleppt und Bast von den Zweigen abziehen, dazu war offensichtlich keine Zeit. Und so interessierte sich die Amsel schließlich für die Plastiktüte und schleppte sie schließlich auf den Baum.
Mich berührte das unangenehm.

Amsel verbaut Plastik

Das Weiße hinter dem Amselbeinchen sind keine Kirschblüten. Das ist eine Plastikfolie. Ich finde das traurig, wenn auch die Tiere mit unserem Plastikmüll leben müssen oder nichts anderes finden für ihren Nestbau.

Das Nest wurde nicht fertig. Ich weiß nicht, ob ein Windstoß dafür sorgte, dass alles wieder zu Boden fiel. Plastikfolie lässt sich nun mal nicht zu einem Vogelnest verflechten.
Ich finde es gut, dass es solche Tüten bald nicht mehr gibt. Und vielleicht passen wir in Zukunft einfach etwas besser auf, was in den Wäldern, Flüssen und Seen landet. Und eben auch auf den Wiesen zwischen den Häusern.

Hofgeschichten: rosa Blüten

Etwas Schönes will ich aber auch noch zeigen: die rosa Blüten am Baum im Innenhof als doch noch schöner Abschluss meiner heutigen Hofgeschichten. Solche Fotos wollte ich eigentlich zeigen und in den Mittelpunkt stellen. Nun bekommt eines doch noch seinen Platz.

Ich mache mich jetzt wieder auf die Suche nach etwas, wo ich mich mehr engagieren kann. Mich einfach still auf’s Altenteil zurückziehen kann ich nicht, trotz Behinderung.

Euch allen wünsche ich einen schönen Sonntag, so am Mai-Anfang.

Kirschblüte, Pflanzenzucht und ein Drama vor dem Fenster.

Geschichten draußen, auf und vor dem Balkon.

Vom Schreibtisch aus habe ich einen guten Blick nach Draußen. Die Kirschblüte ist in vollem Gange und die Büsche und Bäume bekommen Blätter. Es wird langsam grün.

Morgennebel - gesehen vom Schreibtisch aus
Morgennebel

Vorgestern sah es weniger nach Frühling aus, was ich vom Schreibtisch aus sah. Dicke Nebelschwaden zogen durch den Innenhof. Schade, dass ich mich nicht auf den Weg machen konnte. Ich bin ja bekennender Nebelfan und hätte gerne Fotos gemacht da draußen oder in den Lachen.

Sonne hinter dem Kirschbaum
Kirschblüte vor dem Fenster

Heute war das doch schon viel freundlicher.
Ich versuche mir solche Bilder einzuprägen und zu behalten. Das neutralisiert viele unangenehme Nachrichten, die über den Tag verteilt auf einen hereinrasseln.

Kirschblüte
ein wirklich schöner Anblick

In meinem Innenhof steht eine Tanne. Sie bietet quasi Etagenwohnungen an. ein Taubenpärchen brütet hier, aber auch Familie Elster. Ein Rabe interessierte sich offensichtlich für die Nester. Die beiden Elstern wurden richtig fuchsig. Sie waren kleiner als der Rabe, aber wendig und wild entschlossen, ihre Brut zu beschützen. Zuerst jagten sie gemeinsam den Raben aus der Tanne in die Lärche nebenan, und dann Ast für Ast nach oben. Immer wieder attackierten sie gemeinsam den großen Vogel, bis der schließlich das Feld, oder besser Tanne und Lärche räumte.

Ich weiß, dass das in der Natur der Sache ist. Rabens haben auch hungrige Mäuler zu stopfen. Trotzdem habe ich mich gefreut, dass es so ausgegangen ist.

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Das Leben beobachten. Spannend, schön und auch traurig.

Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen. (Marie Curie)

Diese Woche hatte es in sich. Ich hatte einige Arztbesuche zu absolvieren und das nimmt mich eh immer ein bisschen mit. So ist das eben in meinem Leben. Geimpft werde ich beim Rheumatologen. Wann das sein wird, weiß ich noch nicht. Ich bekomme Bescheid.

Mein Doktor ist genau so ein Arzt, wie ich ihn mir wünsche: gründlich, gewissenhaft, einfühlsam und immer für seine Patienten da. Er würde auch Nachtschicht machen wegen der Impferei. Die Menge an Impfstoff ist leider sehr überschaubar.
Ich warte, denn es gibt Menschen, die sich nicht zurückhalten können von allen Kontakten, Lehrer z.B. oder medizinisches Personal, Dienstleister, Tätige im Verkauf. Die sollten besonders geschützt werden.

Mein Kirschbaum erwacht zum Leben
Die ersten Blüten gibt es am Kirschbaum vor dem Fenster.

Am andren Tag musste ich zum Zahnarzt. Herr E. auch. Und so sind wir also los gestiefelt. Über solche Entfernungen habe ich mir früher nie Gedanken gemacht. Jetzt war ich mächtig stolz, dass ich Hin- und Rückweg geschafft habe.
Ich habe mir von unterwegs Gundermann oder Gundelrebe von der Wiese mitgebracht. Zwei Pflänzchen dürfen jetzt auf meinem Balkon weiter wachsen und ihr Leben genießen. Gundermann kann man auch im Pflanzenversand bestellen. Aber warum?

Zum Leben braucht diese Pflanze nicht viel.
Zum Leben braucht diese Pflanze nicht viel.

Die Taube in der Birke vor dem Haus hat ihr Nest aufgegeben. Sie saß in Schnee- und Hagelschauern tapfer dort oben. Jeden Morgen habe ich erstmal nach ihr gesehen. Dann aber war das Nest plötzlich leer und verlassen. Wahrscheinlich gehört so etwas zum Leben auch einfach dazu. Mich macht es dennoch traurig und ich hoffe, dass es der Taube wenigstens gut geht.

Auf der anderen Straßenseite dagegen ist Familie Rabe schon mit Füttern beschäftigt. Beide Eltern tun das. Und wenn die hungrigen Mäuler gestopft sind, legt sich einer der Eltern ins Nest, um die Jungen zu wärmen. Ich freue mich immer so, wenn ich das sehe. Mir wird da richtig warm ums Herz.
Eine Elster kommt jetzt immer alleine daher. Ich schätze, die Zweite sitzt auch brütend in ihrem Nest, denn bisher war das Pärchen unzertrennlich.

Herr E. hat mir heute Blumen geschenkt. Ich mag ja keine Schnittblumen, also hat er die Blühwiese meiner Lieblings-Agrargenossenschaft unterstützt. Dort wird es bald wieder blühen und summen. Und vielleicht schaffe ich es auch in diesem Jahr bis dorthin, um zu fotografieren und mich zu freuen.

Und jetzt zeichne ich noch ein bisschen.

Der Stieglitz. Hier gibt es keinen Nachbarschafts-Streit.

So schrieb es heute die Heinz Sielmann Stiftung.

Ich freue mich so sehr. Und wenn ich mich freue, schäumt es immer über.
Besuch hatte ich heute am Futterhaus vor dem Fenster. Familie Stieglitz war da.

der Stieglitz

Im Garten konnte ich schon welche beobachten. Hier habe ich die Vögel noch nicht gesehen gehabt. Bis heute nicht. Na dann: herzlich willkommen, ihr kleinen Gesellen.

Der Stieglitz lebt oft in Gruppen. Sie gehen zusammen auf Nahrungssuche und oft brüten mehrere Familien in einem Baum. Gezanke gibt es da nicht. Das macht mir den kleinen gefiederten Gesellen so richtig sympathisch.
Nestbau und Brüten ist die Sache des Weibchens. Das Männchen schafft das Futter herbei und füttert mit. Die Vögel sind Vegetarier. Sie fressen am liebsten Sämereien. Na, dann werde ich sie mal gut versorgen und auch Ehrenpreis und ähnliches anbauen, damit ich den Samen ernten kann.

der Stieglitz

Der Vogelname ist dem Ruf und Gesang nachempfunden. Sein „stieglitt“ ertönt jetzt öfter vor meinen Fenstern. Er wird auch Distelfink genannt und das gefällt mir fast besser. Wie der Name schon sagt: Er mag auch Disteln, „gebohnerte“ Gärten dagegen nicht so sehr. Meiner Genossenschaft muss ich mal sagen, dass die Büsche und Sträucher nicht aller Furzminuten beschnitten werden müssen.

Unser Futterhaus ist jetzt immer gut besucht. Das freut den Herrn E., weil er dann wieder „sei Kehrwoch“ auf dem Fensterbrett machen kann.

Draußen regnet es jetzt wieder. Ich verkrümele mich gleich wieder in meine Programme. Euch wünsche ich einen schönen Sonnabend und dass ihr euch auch über etwas freuen könnt, so wie ich gerade.