Ideen-Mitbringsel aus Meldorf im Dithmarschen

Ideen-Mitbringsel

Immer, wenn ich in Meldorf beim Töchterchen bin, muss ich die Museumsweberei der „Stiftung Mensch“ besuchen. So auch auf meiner letzten Reise.
Als ich ankam, sah schon alles so „zu“ aus. Ich klinkte die Tür auf, trat ein und tatsächlich: Alle Webstühle standen still, niemand war da. Read More

Norddeutschland – meine Liebe.

Norddeutschland - meine Liebe

Norddeutschland – meine Liebe. Ein Geheimnis ist es nicht mehr.
Ich bin wieder zurück aus dem Norden und es ist mir das Herze schwer. Einmal, weil ich wieder vom Töchterchen weg musste und zum anderen, weil ich eine mir lieb gewordene Gegend wieder verlassen habe. Das ist schon komisch: In meiner Jugend zog es mich dahin, wo das Leben zu toben schien. Jetzt könnte ich mir vorstellen, fast alleine mit der Natur oder der Nordsee zu leben, aber das schaffe ich nicht mehr. Read More

Nordsee – ich komme.

Nordsee -ich komme

Für einige Tage bin ich mal weg. Der Katzenhüter ist bei mir eingezogen und ich trabe gleich zum Zug, denn ich fahre zum Töchterchen an die Nordsee. Ich freue mich sehr, hier mal wegzukommen. Mist ist, dass ich wieder kommen muss.
Nordsee – ich komme!
Nordsee

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Fluch und Segen.

Gertenarbeit und die Ergebnisse, Fluch und Segen

Heute regnete es. Endlich, aber eigentlich kann es die Schäden nicht wieder gut machen. In diesem Jahr nicht mehr.
Den letzten richtig warmen Tag habe ich im Garten verbracht. Noch einmal wollte ich die Wärme der Sonne genießen und auch die Vögel füttern. Die finden wie alle anderen Tiere wenig zum Fressen. Auch Apfelhälften lege ich immer aus, Nüsse und Haferflocken. Und immer ist alles weg gefressen. Read More

Schafwolle trifft Baumwolle, und Nachhaltigkeit.

Schafwolle trifft Baumwolle und Nachhaltigkeit

Schafwolle trifft Baumwolle und Nachhaltigkeit.
Hach, was hat mich meine Mutter in jungen Jahren gegängelt, zu nähen und zu stricken. Manchmal habe ich mich breit schlagen lassen. Dann habe ich, ihr entsprechend und um meine Ruhe zu haben, immerhin versucht etwas zusammen zu nadeln. Damals hatte ich andere und davon viele Flausen im Kopf. Und heute?

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Erntezeit am Ende eines heißen Sommers

Erntezeit bei selbst gezogenen Tomaten

Es ist Erntezeit. Jetzt ernte ich Tomaten aus dem eigenen Garten. Ich freue mich, dass meine Tomatenzucht so gut geklappt hat und dass ich jetzt reiche Ernte einfahren kann. Viele Tomaten wanderten schon in den Salat. Jetzt lege ich mir Vorräte für den Winter an. Die werden mir bestimmt ganz besonders gut schmecken, weil ich alles so würzen kann, wie es haben möchte und weil sie mich an den Sommer erinnern werden.
Einige Gläser mit Tomaten-Apfel-Zwiebel-Chutney und auch mit Tomatenmark sind schon eingelagert.

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Schicht im Schacht, Feierabend, Zapfenstreich, fenito.

Schicht im Schacht, Ruhe am Katzennetz

Schicht im Schacht für heute.
Eigentlich dachte ich, dass es mal etwas kühler ist. Als ich aber die Dreckspatzwolle auf dem Balkon gezupft habe, kam ich schon wieder arg ins Schwitzen. Auf meinem Balkon ist es wie im Backofen. Egal, morgen kann ich kardieren und immer mal als Knie-Training das Spinnrad treten. Hach, ist die jetzt sauber und kuschelig.

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Drei Stängel Goldrute und einige Tropfen Regen.

drei Stängel Goldrute

Ein Gewitter drückt sich herum. Ob es kommt und ob es einige Tropfen Regen mitbringt, steht noch nicht fest.
Ewig hat es nicht geregnet. Die Wiesen sehen aus wie in der Steppe. Nur mittendrin steht manchmal ein Büschel Wildblumen. Goldrute.

Ich dachte heute, ich traue meinen Augen nicht: In einer Staubwolke kurvt ein Rasenmäher über das, was eigentlich Wiese ist. Ich weiß nicht, was der da mähen will. Die drei besonders zähen Blumen, die einzigen, die den Insekten geblieben sind?
Mit einem Satz bewege ich mich auf die Wiese und pflücke vor dem Rasenmäher die drei Stängel Goldrute. Ehe sie geschreddert im Auffangkorb landen, können sie mir auch als Färbegut für die Wolle dienen. Nun trocknen sie auf meinem Balkon vor sich hin.

drei Stängel Goldrute

Es war eine bewegte Woche. Der Besuch beim Amt der Ämter war alles andere als aufbauend. Ich weiß nicht, wieso dort viele Mitarbeiter einen Ton an sich haben, wie ich mir einen alten Feldwebel auf dem Kasernenhof vorstelle. Wisst ihr, als Lehrer oder im Hort musste ich auch bestimmt auftreten. Unfreundlich zu werden wäre mir nie im Traum eingefallen. Wenn man die Achtung vor dem Menschen gegenüber nicht hat, dann sollte man sich gegenständliche Arbeiten suchen.
Ach, egal und genug jetzt!

Es gab ja auch viele schöne Begegnungen und Ereignisse.

  • Da war ein Telefonat mit Freunden und eine Einladung ins Leipziger Land.
    Das hat so gut getan. Und im September werde ich die Freunde besuchen. Das Spinnrad wird mitreisen. Die Freundin spinnt nämlich auch und da werden wir beide wohl gemütlich vor uns hin surren. Ich freue mich schon sehr, auch dass ich nochmal Wolle von den Gotlandpelzschafen anfassen kann.
  • Für den Amtsarzt sammele ich gerade all meine Befunde bei meinen behandelnden Ärzten zusammen. An der Bushaltestelle traf ich eine junge Frau. Wir kamen ins Gespräch, weil ich da saß und strickte. Das mache ich jetzt immer, wenn ich warten muss, weil es mich düstere Gedanken, die sich einschleichen wollen, vergessen lassen.
    Und da traf ich die kleine tapfere Person. Sie war vor zwei Jahren beruflich sehr angespannt, mit dem dritten Kind schwanger, half bei schrecklich heißen Temperaturen den Schwiegereltern beim Rasen mähen und fiel plötzlich um. Schlaganfall. Ihre Behinderungen sieht man ihr fast nicht an, aber sie veränderten ihr ganzes Leben. Sie gab mir den Tipp, im Montessori Kindergarten in Grünau mal vorzusprechen wegen meiner Schafgeschichten und Wollwerkeleien. Ich werde das machen. Ich habe es versprochen. Und wenn wir uns wiedersehen sollten, würden wir uns sehr freuen. Das haben wir schon mal festgelegt.
  • Der Busfahrer war heute so was von freundlich und nett. Wir sind gerne mit seinem Bus mitgefahren und das haben wir ihm auch gesagt.
  • In den letzten Jahren hatte ich mir die Spulen am Spinnrad regelrecht „zerrödelt“. Neue mussten her und die hab ich mir bei Claudia Deutscher vom Flinkhand-Shop bestellt. Sie kamen ganz schnell und nun surrt das Rad wieder Danke, liebe Claudia.

Und jetzt höre ich mal auf, denn ich will noch ein bisschen stricken. Meine gelbe Wolle verarbeite ich sehr gerne und höre so ganz nebenher dem Regen und dem Gewitter zu. Endlich einige Tropfen Wasser, für die Wildtiere und meine Wiesen mit der Goldrute da draußen.

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Wenn ich Ruhe brauche flüchte ich zur Wolle. Es hat sich bewährt.

Färben mit Essigbaumblättern
Oh, ich stehe noch in der Schuld mit ausstehenden Briefen und Mails. Bitte, ich habe euch nicht vergessen. Es war nur gerade etwas viel Tohuwabohu mit meinem Sch…rheuma, mit Arztbesuchen und Ämtern. Ich arbeite alles noch auf. Versprochen. Immer, wenn es so angespannt ist, muss ich sehen, dass ich mir meine ruhigen und auch glücklichen Momente schaffe. Das lasse ich mir von nichts und niemand nehmen und so finde ich immer wieder zu meinem ausgefüllten, zufriedenen und auch glücklichen Leben. Wie? Wenn ich Ruhe brauche flüchte ich zur Wolle. Schon vor längerer Zeit hatte ich mir vorgenommen, Textilien selber herzustellen. Nähen kann ich nicht, aber stricken. Das Weben wird noch dazu kommen und bestimmt knüpfe ich auch wieder mal einen Teppich. Das, was ich noch nicht weiß, weil es mir bis dahin nicht so wichtig erschien, werde ich lernen und durch „sinnvolles Probieren“ (so nannten wir das früher, wenn wir so lange friemeln mussten, bis es eben stimmte) hin bekommen. Ich brauchte noch mehr von der gelben Wolle, die ich durch die Färbung mit den Blättern des Essigbaumes bekommen habe. Ich stricke gerade an einem Top. Jacke, Mütze, Stiefelstulpen kommen noch. Komisch ist es schon, jetzt an kalte Tage zu denken. Und da sitze ich und stricke, trösele das wieder auf und fang noch mal an, habe die Hände im Farbsud und freue mich dann wie Bolle, wenn alles sitzt. Tätig sein, wie auch immer und womit auch immer, ist immer noch die beste Empfehlung, um frei zu sein und sich auch so zu fühlen. Deshalb eben flüchte ich zur Wolle, wenn ich Ruhe brauche.

Wolle färben mit Essigbaumblättern

Die Blätter

Wenn ich Ruhe brauche flüchte ich zur Wolle. Färben mit Essigbaumblättern.

Gestern musste ich nochmal meine Essigbäume vor dem Haus um Blätter bitten, denn ich brauche ja noch gelbe Wolle. Also habe ich erst einmal gesponnen wie ein Weltmeister und dann die Essigbäumchen heimgesucht. Ich kann es nicht lassen: Wenn ich die benötigten Blätter im Korb habe, bedanke ich mich bei den Bäumen. Hoffentlich hört das niemand. Freundlich sein und nett scheint in unserer Zeit als Schäche angesehen zu werden. Mit Bäumen reden, das ist wahrscheinlich dann irre.

Essigbaumblätter auskochen ist schon etwas, sagen wir mal, speziell. Es riecht! Zum Glück dauert das nicht lange. Wenn die Blätter zusammengefallen sind, ist es vorbei mit den Düften. Ganz schnell wird man feststellen, dass die Blätter ihre grüne Farbe verlieren und sich gelblich färben. Logisch, denn das Chlorophyll färbt nicht.

Die Gerbstoffe in den Essigbaumblättern bringen die gelbe Farbe

Wolle in den Sud

Nachdem die Blätter ca. zwei Stunden sanft vor sich hin geköchelt hatten, gieße ich das Ganze durch ein Sieb. Die Blätter kommen auf den Kompost. Schon, wenn man die Wolle in das Färbebad einlegt, nimmt sie gelbe Farbe an. Ich brauch es aber intensiver. Deshalb wird es gleich heiß. Wolle im Farbsud - schon ohne Hitze wird es gelb Diesmal hatte ich keine Lust zu warten, bis sich der Sud abgekühlt hat. Wolle mag keine plötzlichen Temperaturunterschiede. Deshalb habe ich die mit Alaun gebeizte Wolle in Wasser erhitzt, bis sie die gleiche Temperatur hatte wie der Farb-Sud. Ein Bratenthermometer ist da sehr hilfreich. Ist die Wolle im Sud, erhitze ich alles auf etwas über 90° C und lasse es eine Stunde bei dieser Temperatur im Topf vor sich hin ziehen. Dann lasse ich alles über Nacht abkühlen. eine Stunde badet die Wolle im ca. 90° C warmen Farbsud

Sonnengelbe Wolle – das Färbeergebnis

das Sonnengelb der Wolle tut der Seele gut Am nächsten Tag oder nach 12 Stunden wird nochmal eine kleine Fleißarbeit fällig:
  • gründlich spülen,
  • mit wenig Wollwaschmittel waschen,
  • im Essigbad nochmal entspannen lassen
  • und dann: Wolle aufhängen und sich an der Farbe freuen.
Ich sitze dann immer mit dem Kaffeepott meinem Wäscheständer gegenüber, schaue meine Wolle an und freue mich über die schöne sonnengelbe Farbe. Nur das Schaf habe ich nicht geschoren, alles andere ist mein Werk. Ich bin zufrieden. Und wieder hat es sich bewährt: Wenn ich Ruhe brauche flüchte ich zur Wolle. Punkt. Read More

Es ist nie zu spät für einen (Alt-) Weiberabend.

getrocknete Hortensien

Jetzt müssen die Pflanzen im Garten durchhalten bis der Gartenbesitzer zurück ist und gießen kann. Ich kann gerade schlecht „hutschen“. Und deshalb kam meine Freundin gestern zu mir. Es geht doch nichts über einen feinen Weiberabend. Und ganz ehrlich, meinem Knie ging es gleich viel besser.

Hach, was haben wir geschwatzt.
Das war schon etwas anderes, als wenn wenige Sätze über große Entfernungen hin und her geschmissen werden. Wir kennen uns schon verdammt lange und haben uns schätzen und achten gelernt. Ich glaube, das ist es auch, was uns Freunde werden ließ: Respekt und Achtung. Und so können wir uns auch mal etwas sagen, was man so nicht einfach hinaus ballert. (Im Netz scheint es da keinerlei Hemmungen zu geben, aber dafür oft Geningel, dass man unverstanden ist. Ein bisschen Mühe muss man sich schon geben mit der Schreiberei oder eben der Achtung anderer.)

getrocknete Hortensienblüten brachte meine Freundin zum Weiberabend mit

Meine Freundin hatte mir getrocknete Blüten ihrer Hortensie mitgebracht. In meinem Lieblingskrug, den ich mir vor Zeiten aus Litauen mitgebracht hatte und der immer noch auf meinem Schrank steht, machen sie sich gut. Also, wer sagt denn, dass nur Junges und in allen Farben Strahlendes als Schön empfunden werden kann? Die vertrockneten Blüten passen hervorragend in mein Stübchen und werden mich als Gruß an den Sommer sicher gut über die dunkle Jahreszeit bringen.

Das Thema hatten wir dann auch: Können wir das noch in unserem Alter? Klar können wir. Einges ändert sich schon im Laufe der Zeit, aber was die Kraft nicht mehr so einfach bringt, kommt aus der Erfahrung.
Ich mag keine Röcke mehr, meine Freundin dagegen schon. Das war gleich mal wieder die Gelegenheit, bei unserem Weiberabend den Kleiderschrank zu durchforsten. „Kann ich denn das noch…?“ Sie kann. Am Montag wird meine Freundin mit rotgeblümten Rock auf Arbeit erscheinen. Er steht ihr hervorrragend.

 

"Modische Maschen" - noch immer findet man interessante Anleitungen

Mein Kleiderschrank platzt nicht aus allen Fugen. Ich brauche nicht ständig Neues. Immer wieder anders aussehen kann man auch erreichen, wenn man kombiniert. Und so habe ich weniger, aber hautfreundliche und zu fairen Bedingungen hergestellte Kleidungsstücke. Weil ich nie wegfahre, nicht Essen gehe, auch sonst nicht schlemme, habe ich mir jetzt einfach mal wieder ein Kleidungsstück von meiner Lieblingsdesignerin bestellt. Ich denke, ich werde mich darin sehr wohlfühlen.

Meine Freundin brachte mir alte Strickzeitschriften aus DDR-Zeiten mit. Eigentlich war ich auf der Suche nach einer Anleitung für eine Jacke. Die fand ich auch und so einiges andere Interessante auch. Muster ausprobiert, Strickprobe gemacht, los gelegt. Und nun muss die Jacke noch warten.
Die Anleitungen sind gut, nicht schrecklich aufwendig und gut verständlich. Selbermachen war damals im Trend. Jetzt kommt garantiert wieder: „Na ja, ihr hattet ja auch Mangelwirtschaft!“ Ja, na und? Stricken in der Vorlesung lässt manchmal den Stoff viel besser verstehen und speichern. Und der Stolz auf Selbstgeschaffenes ist sowieso immer unbeschreiblich.
Ich stricke jedenfalls jetzt weiter. Schließlich muss ich zum nächsten Weiberabend etwas zum Vorzeigen haben.

Nachtrag: Sollte ich eine Gehhilfe bekommen, also ein Stöckchen, dann male ich das quietschebunt an. 🙂

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